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Das Edith-Ruß-Haus in Oldenburg zeigt zur Zeit die Ausstellung Sound//Bytes. Deutsche und internationale Künstler machen elektronische und digitale Klangwelten sichtbar, die wir bisher nicht hören konnten. So hat zum Beispiel die Künstlerin Christina Kubisch einen Kopfhörer entwickelt, um elektromagnetische Felder hörbar zu machen. Am Tag der Ausstellungseröffnung sprach ich mit der Leiterin des Edith-Ruß-Hauses – Sabine Himmelsbach – über die Künstler und die Exponate.
Oli: „Welche Ausstellung zeigen sie ab sofort?“
Sabine Himmelsbach: „Wir haben Sound//Bytes eröffnet. Elektronische und digitale Klangwelten. Es ist eine Ausstellung, die sich mit dem Thema ‚hören’ beschäftigt, was wir hören und über elektronische und digitale Medien werden neue Hörerfahrungen ermöglicht.“
Oli: „Welche Künstler werden zu sehen sein und wo kommen diese Menschen her?“
Sabine Himmelsbach: „Es ist eine Auswahl von internationalen Künstlern. Wir haben auch mehrere deutsche Künstler dabei, Christina Kubisch, Jens Brand, Yunchul Kim ist ein Koreaner, der aber in Deutschland studiert hat und hier lebt, ein japanischer Künstler ist dabei Akitsugu Maebayashi, eine Britin Kaffe Matthews und ein schwedischer Künstler ist dabei, Carl Michael von Hausswolff, Annina Rüst aus der Schweiz und Micromusic, das ist auch eine Schweizer Gruppe:“
Oli: „Jetzt hören wir hier so ‚Brumm-Geräusche’ gelegentlich im Hintergrund, was ist das, zu welchem Objekt gehört das?“
Sabine Himmelsbach: „Man spürt es ja auch richtig körperlich, diese ‚Brumm-Geräusche’. Das sind Aufnahmen aus dem ‚Sonic-Bed’ von Kaffe Matthews. Es geht darum, dass man Musik auch körperlich wahrnehmen kann. Wir haben ein Bett, ein riesengroßes Bett als Installation in der Ausstellung und der Besucher ist aufgefordert, sich da hinzulegen und die Musik direkt wahrzunehmen, das ist eine ganz eindrückliche Sache!“
Oli: „Sie haben es angesprochen, man kann sich in das Bett legen, man kann alle Dinge hier ausprobieren, war das auch die Grundkonzeption für diese Ausstellung?“
Sabine Himmelsbach: „Ja, der Grundgedanke ist sozusagen die Erforschung bzw. die Erfahrung neuer Klangmaterialien. Die digitale Technologie ermöglicht uns ein ganz neues Spektrum an Erfahrungen. Und ‚erfahren’ ist ja sozusagen auch ‚teilhaben’. Es geht auch darum, selber aktiv zu sein. Wobei es dann auch wieder das individuelle Erfahren ist, es wird keiner gezwungen, es sind ganz persönliche Erfahrungen, die man machen kann. Beispielsweise für dieses Projekt von Christina Kubisch leiht man hier in der Ausstellung Köpfhörer aus, mit denen man die elektromagnetischen Felder in Oldenburg wahrnehmen kann. Es gibt so einen kleinen Stadtplan für die Besucher, den man abgehen kann, man kann aber auch zu sich nach Hause gehen und sozusagen in der eigenen Wohnung hören, wie sich da die elektromagnetische Strahlung anhört.“
Oli: „Die Ausstellung ist bereits eröffnet worden, bis wann wird sie zu sehen sein?“
Sabine Himmelsbach: „Die Ausstellung wird von zahlreichen Konzerten begleitet. Unter anderem wird Carl Michael von Hausswolff ein Konzert geben. Seine Arbeit thematisiert sozusagen diese ganzen Interferenzen, Spannungen im Stromnetz, was man als beiläufiges Phänomen aus der eigenen Wahrnehmung her kennt, aber er arbeitet damit musikalisch, setzt es für seine Kompositionen ein und bringt es zu Gehör. Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. April - sie wurde aufgrund des großen Erfolges verlängert. Wir haben ein spannendes Begleitprogramm, jede Woche gibt es eine Veranstaltung, Performance oder ein Konzert. Zum Beispiel wird der G-Player von Jens Brand noch ausführlich vorgestellt, mit dem man die Erde abspielen kann!“
Die Ausstellung ist Dienstags bis Freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, am Wochenende von 11 bis 17 Uhr.
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Der Intendant des Oldenburger Staatstheaters, Markus Müller, hat am Dienstag das neue Programm für die Spielzeit 2007/2008 offiziell vorgestellt. In allen Bereichen kann sich der Besucher auf Deutsche Erstaufführungen und zahlreiche Premieren freuen. Im Oktober hat zum Beispiel die Oper „Orpheus in der Unterwelt“ im Großen Haus Premiere, im selben Monat das Schauspiel „Faust I“ im Kleinen Haus. Aufsehen will Markus Müller mit kleinen aber feinen Stücken an ungewöhnlichen Spielorten erregen. So wird das Stück „Nipple-Jesus“ sicherlich für Gesprächsstoff sorgen. Es kommt im Herbst im Horst-Janssen-Museum zur Aufführung. Ich sprach mit Markus Müller über die kommende Theater-Saison.
Markus Müller: „Ich hoffe natürlich, dass wir mit allen 35 Premieren nicht nur die Oldenburger, sondern die ganzen Menschen aus der Region immer wieder ins Theater locken können. Besondere Aufmerksamkeit liegt sicher in der kommenden Spielzeit auf unseren Jubiläen. Am 1. November 2007 wird das Orchester 175 Jahre alt mit wichtigen Konzertereignissen und Sonderkonzerten wird das Haus da sehr präsent sein und noch größer aufgezogen, wenn das gesamte Haus dann 175 Jahre alt wird am 21. Februar 2008, insgesamt fünf Premieren und ein großes Festival, alles um diesen Termin herum. Da denke ich, dass es schon gelingen wird, sehr sehr viele Menschen für das Haus zusätzlich zu begeistern, wie das ja immer bei Festivals und Sonderereignissen der Fall ist oder auch gerade der Fall war an den internationalen Tanztagen mit einer Auslastung von 100%. Solche Veranstaltungen sind natürlich immer besonders geeignet, noch mehr Personen zu gewinnen, noch mehr Publikum für Theater zu begeistern. Vielleicht auch die, die sonst nicht kommen. Aber insgesamt freuen wir uns sehr über den sehr positiven Zuspruch und denken, dass das auch in der nächsten Spielzeit so weiter gehen wird.“
Oliver Rosenthal: „Sie haben eine neue Spielstätte, die Exerzierhalle, warum sind sie da so scharf drauf, wenn sie mir diese saloppe Formulierung gestatten? Was macht den Charme dieser Halle aus?“
Markus Müller: „Ach, das ist einfach ein Geschenk, die ist großartig! Eine wunderbare Lage schon, die Infrastruktur, Parkplätze ohne Ende direkt vor der Tür. Jeder kennt den Pferdemarkt, die Studentenwohnheime sind nebenan, das Casablanca-Kino, man hat die Bushaltestellen vor der Tür, das ist schon von der Infrastruktur her einfach großartig! Es hat eine tolle Atmosphäre, die Halle ist denkmalgeschützt, es kann also auch nichts passieren an dem Gebäude, man kann nichts verändern. Es herrscht eine sehr sehr gute Atmosphäre für Tanztheater, Schauspiel und Oper, eine sehr gute Akustik und man hat dort eben die Möglichkeit, weg vom Guckkastensystem wirklich mit Raumbühnen zu arbeiten, das Publikum kann um das Geschehen herum sitzen oder umgekehrt. Das ist sicher ungewöhnlich, aber es reicht doch für einige Produktionen die Möglichkeiten, noch dichter zu sein und noch dichter ran zu kommen. Da erhoffen wir uns natürlich auch, dass wir zusätzliches Publikum gewinnen können, das speziell auch diese Atmosphäre besonders zu schätzen weiß.“
Oliver Rosenthal: „Aber dennoch gibt’s in der Halle viel zu tun. Also, da muss es noch ein paar Umbauten geben. Wie ist da der Stand der Dinge? Was haben sie da noch vor?“
Markus Müller: „Wir haben jetzt mit dem provisorischen Betrieb begonnen, sehr sehr provisorisch noch, und es ist noch viel zu tun. Im Herbst wollen wir wirklich richtig eröffnen mit der ersten Tanztheater-Produktion am 19. Oktober. Es werden sicherlich noch zusätzliche Toiletten gebraucht, es braucht noch Nebenräume, es muss noch sehr viel an Scheinwerfern, an Tontechnik, an Tribünen und Traversen besorgt werden. Da sind wir natürlich auf die Unterstützung der Sponsoren und Partner angewiesen und hoffen auch, dass - wie beabsichtigt - die Europäische Union das Projekt unterstützt.“
Oliver Rosenthal: „Sie feiern Jubiläum, 175 Jahre und so ein Jubiläum ist ja auch immer Anlass, nicht nur in die Vergangenheit zu gucken, was ist gewesen, sondern auch in die Zukunft. Wie sehen sie die Entwicklung des Theaters?“
Markus Müller: „Es ist natürlich unser Ziel, künstlerisch immer weiter noch erfolgreicher zu werden. Wir sind im Moment schon sehr glücklich mit der intensiven, überregionalen Wahrnehmung, das muss sicher auch so bleiben, dass wir einer überregionalen, kritischen Auseinandersetzung auch standhalten können, das scheint im Moment der Fall zu sein. Ich hoffe und klopfe auf Holz, wie es im Theater so üblich ist, dass das so bleibt. Das heißt, wir wollen versuchen, uns intensiver noch um die Qualität zu kümmern, jeder einzelne Produktion, weil, man darf nie zufrieden sein im Theater. Gleichzeitig wollen wir versuchen, ein neues, zusätzliches Stammpublikum aufzubauen, zu unserem bereits vorhandenen, wichtigen Stammpublikum, dass wir also auch dort eine jüngere Generation zusätzlich heranführen an Theater und dann wollen wir natürlich, dass das Haus auch infrastrukturell so aufgestellt ist, dass es einem vor der Zukunft nicht bange sein muss, also dass die nächsten Jahre im Theater dadurch gesichert sind, dass wir jetzt bei allen Aktionen, die wir jetzt tätigen, immer den Blick auch in die Zukunft richten und dafür sorgen, dass Theater möglichst in dieser Vielfalt in Deutschland auch in der nächsten Generation noch der Fall sein kann. Das ist jetzt ganz konkret auch meine zusätzliche Aufgabe in Oldenburg neben der aktuellen Aufgabe, die künstlerische Leitung inne zu haben.“
Die Exerzierhalle am Pferdemarkt soll insbesondere für das Tanztheater genutzt werden. Auch das junge Staatstheater und die niederdeutsche Bühne starten mit neuen Stücken in die Saison. Das Oldenburger Staatstheater hat ein neues, sehr aufwendig gestaltetes Spielzeitheft herausgegeben und das erhalten sie kostenlos im Foyer des Theaters.
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Im Studio bei mir ist jetzt mein Kollege Patrick Kreitz. Wobei ich korrekter Weise sagen müsste ‚Ex-Kollege’, weil, er hatte letzten Freitag seinen letzten Tag. Er verlässt Oeins!
Oli: „Patrick, was fällt dir ein?“
Patrick Kreitz: „Ja, was fällt mir ein? Die Uni ruft! Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber wie es nun mal so ist, man hat halt andere Verpflichtungen und so muss ich halt Oeins Lebewohl sagen, aber, ich denke, ich komm noch mal vorbei, wenn’s irgendwie möglich ist in nächster Zeit!“
Oli: „darüber würden wir uns sehr freuen! Wobei wir heute nicht über Deinen Abschied reden wollen, das ist ja schon traurig genug, sondern, du hast mit Freunden und Bekannten - wer das genau ist, kannst du gleich noch mal erzählen - du hast einen James-Bond-Film mitgedreht, mitproduziert. Erzähl uns was darüber!“
Patrick Kreitz: „Ja, das ist richtig! Also, man muss vielleicht vorweg sagen, dass der Film noch längst nicht fertig ist, das ganze entstand als eine wirre Idee in der elften Klasse. Ich bin mittlerweile 23 Jahre alt, damals war ich 16 ungefähr, die anderen auch, das waren eben gute Freunde von mir bzw. Bekannte. Man hat den Kreis der Mitwirkenden etwas erweitert im Laufe der Zeit. Wir haben dam als überlegt, was machen wir bloß in unserer Freizeit? Wir hatten Langeweile und da wir große James-Bond-Fans waren, haben wir überlegt, gehen wir doch mal so ein Filmprojekt an und das ist dann ziemlich ausgeufert.“
Oli: „Ausgeufert scheint es zu treffen, denn das ist ja recht aufwendig geworden! Kannst du ein bisschen was über die Dreharbeiten erzählen und über die Locations?“
Patrick Kreitz: „Ja, also es ist ausgeufert einfach in dem Sinne, dass man sich zuerst vorgenommen hat, nachdem das Drehbuch geschrieben war, was auch schon eine Weile dauerte, den Film innerhalb von drei Wochen abzudrehen und das war noch in den Sommerferien damals. Da hat man Leuten abgesagt, die gerne eine Rolle haben wollten, weil, man ist ja schon fertig, wenn die aus dem Urlaub wieder kommen. Aber, das war definitiv nicht so!! Wir haben vier Jahre gebraucht, bis wirklich alles im Kasten war und selbst jetzt sind da noch ein paar Kleinigkeiten, die man verbessern könnte, weil, man ist ja auch älter geworden in der Zeit, das sieht man auch teilweise, das ist ein bisschen nervig teilweise, aber das lässt sich noch überspielen. Locations? Ja, also wir selber sind ja hier nicht in Oldenburg beheimatet, muss ich dazu sagen, sondern wir kommen ja aus Aachen, aus dem tiefen Nordrhein-Westfalen und haben dort versucht, viele Sachen einzubauen. Dunkel Gassen, die alte Zitadelle in der Stadt, in der Nähe von Aachen, alte Gemäuer, ein Kloster ist dabei, das Casino Aachen ist übrigens auch mit dabei, wie sich das für einen Bond-Film gehört und wir haben eben versucht, möglichst viele Sachen einzubauen, um das ganze dann gut umzusetzen und ich hoffe, dass uns das gelungen ist, wenn er dann irgendwann mal fertig ist, der Film!“
Oli: „Wie seit ihr denn überhaupt drauf gekommen? Seit ihr alle passionierte James-Bond-Fans? Wieso ausgerechnet dieses Thema?“
Patrick Kreitz: „Wie du gerade sagtest, wir sind auf jeden Fall alle passionierte James-Bond-Fans und es ist ja auch so, dass James Bond mehr oder weniger ein bestimmtes Muster vorgibt. Du musst dir nicht eine völlig neue Sache ausdenken, sondern du kannst mit gegebenen Klischees spielen. So ist das auch bei uns, wir haben die typischen Elemente drin. Das fängt an mit einer Action-Sequenz am Anfang an, die dann zum Titel überleitet, also zum Titelsong. Man kann sich immer an bestimmten Sachen festklammern. Das war für uns, weil wir Bond ja auch sehr mögen, sehr gut. Wenn man das Drehbuch schreibt, was ich größtenteils gemacht habe, hat man immer so ein paar Dinge, an die man sich klammern kann, Punkte, an denen man sich lang hangeln konnte um das Drehbuch zur Vollendung zu bringen und eine runde Geschichte draus zu machen.“
Oli: „Welche Rolle spielst du denn? Bist du James oder wer bist du?“
Patrick Kreitz: „Nein, also dafür bin ich nun wirklich überhaupt nicht geeignet! Das macht ein guter Freund von mir. Ich habe die Rolle des Bösewichtes übernommen, also der Oberschurke, der in diesem Film rumläuft. Da haben auch alle gesagt: ‚Das passt auch wunderbar zu dir!’ [lacht]“
Oli: „[lacht] Ja, jetzt muss ich natürlich charmant sein und kann mir das natürlich überhaupt nicht vorstellen! Aber... nun ja!! - Wie lange hat es gedauert, das Drehbuch zu schreiben?“
Patrick Kreitz: „Jetzt muss ich mal überlegen! Man kann sagen, ein halbes Jahr. Ich hab das natürlich nicht alleine gemacht, hab zwar versucht, es auf die Beine zu stellen, aber nach jeder zweiten bis dritten Seite oder nach jeder Szene, die neu dazu kam, hat man sich zusammengesetzt und gefragt: ‚Leute, was kann man da noch verbessern? Habt ihr noch Ideen, was man machen kann?’ - Teilweise sind auch noch Sachen während der Drehphase neu hinzugefügt oder gestrichen worden. Man kann aber sagen, ungefähr ein halbes Jahr, natürlich noch neben der Schule und anderen Sachen, man macht ja nicht nur das!“
Oli: „Und wo soll der Film dann aufgeführt werden wenn er fertig ist? Gibt’s da schon einen Ort für die Premiere? Etwas Würdevolles, dem Rahmen angemessen?“
Patrick Kreitz: „Jaja, also es gibt ein Kino bei uns in der Nähe von Aachen das auch öfter schon mal Filme von jungen Leuten zeigt, außerhalb der Regelvorstellungszeiten. Da versuchen wir ranzukommen. Aber dafür müssen wir etwas Konkretes in der Hand haben, so ist das Ganze noch etwas vage. Und es sollte ursprünglich auch mal an unserer Schule gezeigt werden, aber, wenn ich das jetzt so sehe, die Zeit, nachdem wir aus der Schule raus sind, ist mittlerweile fast länger als die Zeit, in der wir drin waren, während der Dreharbeiten zu dem Film. Aber, wenn vielleicht der ein oder andere Lehrer noch übrig ist, nach der ganzen Zeit, werden wir ihn dort sicher auch noch zeigen! Aber wir hoffen halt, in dieses Kino zu kommen und gehen auch davon aus, weil wir da noch ein paar Leute kennen, dass das vielleicht klappen wird!“
Oli: „Annika Lemmens hat den Titelsong ‚Money Doesn’t Matter’ gesungen zusammen mit der Band ‚Stone Cold Crazy’. Wie kam es zu der musikalischen Zusammenarbeit mit der Gruppe und Annika?“
Patrick Kreitz: „Zu einem Bond-Film gehört natürlich auch ein passendes Lied, man kann ja nicht einfach irgendwas nehmen! Einer aus unserem Team ist wirklich ein begeisterter Musiker, der auch selber immer gerne komponiert. Stücke, die gerade im Radio laufen, die kann er auf dem Klavier mal eben so runterklimpern, das ist wirklich toll! Er hat wirklich viel drauf und macht auch die Musik für unseren Film. Die Zusammenarbeit lief eigentlich so ab, dass wir Annika Lemmens gut kannten, das ist eine Dame aus unserem Bekanntenkreis und die Band wiederum ist die Band eines Zivildienstleistenden, einem ehemaligen Kollegen. Das ganze hat sich also mit der Zeit entwickelt, zuerst Schüler, dann Zivis und so hat man da auch Leute kennen gelernt. Das sind wirklich super Musiker. Wir sind in gewisser Weise auch sehr stolz darauf, weil es wirklich gut klingt und es würde mich freuen, wenn es auch ein paar Leuten gefällt.“
Oli: „Nun heißt das Lied ja ‚Money Doesn’t Matter’ - ist das auch der Titel des ganzen Films? Und worum geht es überhaupt?“
Patrick Kreitz: „Ja, genau, das ist richtig! Der Titel ‚Money Doesn’t Matter’ ist einst der Arbeitstitel gewesen aber wir haben ihn auch übernommen. Er dreht sich weniger um Geld, das ist mehr ein Wortspiel mit ‚Miss Moneypenny’. Die Geschichte handelt davon, dass es eine Intrige gibt im MI6. ‚Miss Moneypenny’ soll einen hochrangigen Wissenschaftler, der für die Sicherheitsabteilung arbeitet, ermordet haben, ihren Liebhaber und wird daraufhin in Haft genommen und es gibt eine neue Sekretärin an der Seite des Geheimdienstleiters bzw. der Geheimdienstleiterin - wir sind ja eng an den Brosnan-Filmen orientiert - ‚M’ und sie versucht dort, einige Machenschaften ins Rollen zu bekommen und steht in einer besonderen Rolle da. Der Hauptschurke, von dem ich eben schon mal sprach, ein gewisser ‚Radovan Victor Vulçkovic’, ein Serbe, wohnt in Belgrad. Von dort schürt er seinen Hass gegen die NATO-Truppen, die Serbien die Machtposition seiner Meinung nach endgültig geraubt haben, damals, im kurzen Kosovo-Krieg. Er möchte sich dann an der westlichen Welt mit Giftgas-Raketen rächen, die er aus England stielt und die gehören brisanter Weise dem MI6 - eigentlich! Wie es dazu kommt, dass er da ran gekommen ist und was Bond dagegen machen kann, das wird man dann hoffentlich irgendwann sehen können!“
Oli: „Apropos, wann rechnest du denn damit, dass der Film endgültig fertig ist?“
Patrick Kreitz: „Es ist so, dass wir die Hälfte - kann man durchaus sagen - jetzt auch schon geschnitten haben, wir arbeiten fleißig daran weiter. Man muss allerdings dazu sagen, für die Leute, die von der Technik ein bisschen Ahnung haben, insofern ein Problem, dass Video -Dateien verdammt groß sind und man muss schon die ein oder andere Festplatte dazukaufen und immer so ein bisschen jonglieren, wo ist noch Platz frei und wo ist noch Platz zum Arbeiten. Das dauert ein bisschen länger, als man vielleicht hoffen sollte. Aber ich denke mal, wenn wir jetzt in dem Arbeitsschritt weiter machen, in dem wir die ganze Zeit drin sind, wenn wir in dem Tempo weiter machen, dürfte man sicherlich in einem Jahr hoffentlich endlich davon ausgehen, dass wir es zum fertigen Produkt schaffen, aber, gut Ding will Weile haben! - Der Rest ist auch sehr viel Handarbeit! Wir haben Tonangelstangen, die sind aus Wischmöppen ursprünglich zusammengebaut worden und Reflektoren, die einfach aus Pappe und Alufolie bestehen, aber dennoch einfach funktionieren! Und das war auch der Garant dafür, dass der Film vorangehen konnte!“
Oli: „Wenn man so einen Film dreht, ist es ja genau wie hier im Radio, da passieren mal Pannen, da gibt es die sogenannten Outtakes - was für Outtakes habt ihr erlebt, gibt es Szenen, die ihr rausschneiden musstet, was ist da alles Lustiges passiert?“
Patrick Kreitz: „Oh! Da gibt es glaube ich massenhaft von, also wirklich ausreichend viele Pannen!! Das liegt natürlich daran, dass wir so was vorher noch nie professionell gemacht haben. Man hat zwar dazugelernt in der ganzen Zeit, aber man ist ja bei Weitem nicht auf dem Level, was richtige Filmemacher haben. Also, in sofern gab es da schon so einige Sachen, angefangen von simplen Sachen, wie Dinge, die im Hintergrund umfallen, das muss man dann neu machen, natürlich die Versprecher, die sind unzählig, aber es gibt auch ein paar lustige Sachen! Zum Beispiel dass da jemand plötzlich dazwischen springt, der eigentlich gar nicht ins Bild gehört! Wir haben eine Szene gedreht in einem etwas herunter gekommenen Park in Aachen, was dann dementsprechend auch in einer etwas finsteren Gegend spielen sollte. Die Waffen, die wir da benutzt haben, um unsere Ganoven auszustatten, haben dann auch die Aufmerksamkeit und das Ärgernis einer alten Dame geweckt, die dann mitten ins Bild dazwischen gelaufen ist und meinte: ‚Ach, könnt ihr nicht was schönes drehen, unser Viertel wird immer von der schlechtesten Seite gezeigt, jetzt macht doch mal was anderes!’ - Solche Highlights natürlich und das auch mal Anwohner die Polizei gerufen haben, weil die gedacht haben, die Bäckerei wird überfallen, was natürlich definitiv nicht der Fall war, das gab es auch schon alles!“
Oli: „Nun ist der Film - wir haben es vorhin angesprochen - an sich noch gar nicht ganz fertig, weil er noch nicht fertig geschnitten wurde, aber trotzdem muss er doch ziemlich gut sein, denn ihr habt bereits einen Preis damit gewonnen! Wie gewinnt man mit einem unfertigen Film einen Preis?“
Patrick Kreitz: „Na ja, also, es wurde ja nicht gesagt, schickt einen kompletten Film ein. Also, die Sache ist so, dass wir bei der Sendung ‚taff’, die auf Pro7 läuft, das Boulevard-Magazin am Nachmittag um 5, einen Wettbewerb veranstaltet hat anlässlich des zwanzigsten James-Bond-Filmes. Mittlerweile ist das also auch schon eine Weile her! Das ist jetzt also nicht der Letzte gewesen, sondern der Vorletzte sozusagen. Da wurde aufgerufen, das beste private Bond-Video einzuschicken. Zu der Zeit hatten wir ja schon so einiges gedreht und während andere dann sicherlich erst noch anfangen mussten, noch die Ideen sammeln mussten, hatten wir ja schon Material en masse. Wir haben daraus eigentlich nur einen ganz simplen Trailer gestrickt, mit den Szene, die wir bisher hatten. Das hat dann allerdings gereicht für diejenigen, die das zu entscheiden hatten. Wir haben dann damit eine Box mit allen bis dahin erschienenen James-Bond-Filmen auf DVD gewonnen. Wir wurden dann, was natürlich noch viel schöner war, dann auch auf Pro7 gezeigt!“
Oli: „Diese Box ist schon ein toller Preis, ich habe sie neulich im Buchhandel gesehen, die ist sau-teuer, um es mal vorsichtig auszudrücken, aber es ist wirklich ein toller Preis!! - Eine Frage am Schluss muss noch erlaubt sein, was ist denn dein persönlicher Lieblings-Bond-Film - von eurem eigenen mal abgesehen - was ist deiner Meinung nach der beste Bond?“
Patrick Kreitz: „Also, eigentlich bin ich für alle zu haben, die mit Pierce Brosnan sind, wobei ich auch den neuen sehr gut finde. Überraschend, denn anfangs war ich gegen den Film, aber, als ich ihn jetzt gesehen habe, fand ich ihn sehr sehr gut. Mein Favorit ist jedoch einer der beiden Filme, die mit Timothy Dalton gedreht wurden, nämlich ‚Lizenz zum Töten’.“
Oli: „Patrick Kreitz, vielen Dank für das Gespräch!“
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Musik in der Sendung
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Barry Manilow - Copacabana
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Sting - Come Again
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Abba - Knowing Me, Knowing You
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Yusuf Islam - Heaven, Where True Love Goes
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Ville Valo & Natalia Avelon - Summer Wine
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Anika Lemmens - Money Doesn’t Matter
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Madonna - Die Another Day
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Paul McCartney - Live And Let Die
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