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Gesellschaftsspiele sind fast so alt wie die Menschheitsgeschichte. Klassiker wie “Monopoly”, “Halma” oder auch “Kniffel”, “Fang den Hut”, “Schach” und “Mensch ärgere dich nicht”, sind berühmte Dauerbrenner in deutschen Wohnzimmern. Die Interaktivität dieser Spiele ist jedoch meist begrenzt, die Phantasie der einzelnen Mitspieler wird nur selten stark gefordert.
Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich daher so genannte Fantasy-Rollenspiele. Eines dieser Spiele ist „Das schwarze Auge“ - kurz „DSA“. Es wurde 1984 in Deutschland von Ulrich Kiesow entwickelt und ist ein klassisches sogenanntes Papier- und Bleistift-Rollenspiel. In Rastede gibt es fünf Freunde, die sich bereits seit einigen Jahren regelmäßig treffen, um DSA gemeinsam zu spielen. Einer der Protagonisten heißt Stefan Schäfer und er ist der Meister, der sich vorher eine Geschichte ausdenken muss und dann die anderen Mitspieler durch ein virtuelles Abenteuer führt.
Stefan Schäfer: “Meister und Spieler, das ist immer so eine ganz eigene Geschichte. Eigentlich versucht der Meister die Spieler gut durch das Abenteuer zu bringen, aber man muss auch gleichzeitig wieder der Gegenspieler für die Spieler sein, also, es ihnen nicht zu leicht machen, so dass die Spieler ein einigermaßen gutes, schönes Spielgefühl und nicht das Gefühl haben, der Meister will sie überall durchziehen. Er darf sie nicht total behüten aber auch nicht total böse sein. Es ist immer eine schwierige Gradwanderung. Man muss gucken, dass man eine Geschichte einigermaßen glaubhaft rüberbringen kann. Improvisation ist an sich das wichtigste. Vor allem in der Gruppe ist es nicht einfach. Man kann sich einfach nicht auf alle Situationen vorbereiten. Es kommt immer irgendwie eine schwachsinnige Idee, mit der man wirklich nicht im Entferntesten gerechnet hat und das muss man dann auch irgendwie glaubhaft unterbinden oder glaubhaft weiter spielen lassen. Das ist das schwierigste daran!”
Natürlich kann man sich mit dem sogenannten “meistern” auch abwechseln, in der Rasteder Gruppe geht man jedoch anders vor, um keine langweilige Routine aufkommen zu lassen. Johann Sartison:
Johann Sartison: “Wir haben einen Meister, einen Hauptmeister, der meistert halt unsere Hauptcharaktere, die wir am Anfang erstellt haben. Da wir uns gedacht haben, wir brauchen etwas Abwechslung, haben wir uns neue Charaktere erstellt, damit wechseln wir uns dann ab!”
Die Handlung spielt auf dem fiktiven Kontinent Aventurien. Obwohl dieser Kontinent nur ein Viertel der Fläche Europas hat, befinden sich dort sämtliche Klimazonen, die man auf der Erde kennt, sowie viele verschiedene Rassen und Kulturen. Neben den Menschen gibt es Elfen, Zwerge, Orks, Goblins, Echsenmenschen, Riesen, Trolle und Drachen. Das kulturelle Niveau variiert zwischen Jungsteinzeit und Renaissance, angereichert durch phantastische Elemente. Vor Beginn des Spiels schlüpfen die Mitspieler in eine dieser Rollen, man nennt sie Charaktere. Mit einem Würfel und vorgegeben Werten wird der Charakter ausgestaltet. Rasse, Kultur und Beruf werden so zum Beispiel festgelegt. Darüber hinaus erhält die Figur u.a. noch gewisse Fertigkeiten und Eigenschaften, zum Beispiel Mut, Ausdauer, Gewandheit, Zauberkräfte und weitere Charaktermerkmale. Auch das Aussehen, Kleidung und ggf. Waffengattungen müssen ausgesucht werden. Markus Lüschen ist ein streunender Hochstapler - natürlich nur im Spiel - und hat während der Abenteuer mit einem ganz besonderen Problem zu kämpfen:
Markus Lüschen: “Ich habe den Vorteil von Glück, das kann man ein Mal pro Abenteuer einsetzen. Wenn man jetzt eine Aktion verpatzt hat - ich kletterte zum Beispiel und stürzte ab, dann habe ich das Glück eingesetzt und ich habe mich dann festgehalten, es ist nichts passiert und nach so einem Glückseinsatz sind wir dann in die nächste Stadt gekommen und da war ein Schmied am Wegesrand. Er hatte Hufeisen und die bringen ja auch Glück und so hatte ich mir gedacht, damit ich demnächst auch mal mehr Glück habe, lasse ich mir ein paar Hufeisen an die Rüstung schmieden. Das hat mich bis jetzt immer in blöde Situationen gebracht [großes Gelächter, Anm. der Red.], da die doch sehr schwer sind und man kann halt mit so einer Rüstung sehr schlecht schwimmen [großes Gelächter, Anm. der Red.]. Das hat sich also zum Negativen entwickelt!”
Im Verlauf der Geschichte müssen die Abenteurer verschiedene Aufgaben und Prüfungen bestehen. Muss ein Spieler zum Beispiel durch einen See schwimmen, in dem es vor Haien nur so wimmelt, entscheidet stets der Würfel, ob er das rettende Ufer erreicht oder nicht. Die Augenzahl wird dabei mit den vorgegebenen Werten des Charakters verglichen und das entscheidet die jeweilige Spielsituation. Diese Werte können während der Handlung variieren. So werden die Figuren stärker oder schwächer oder können zum Beispiel Gegenstände einsammeln, die später vielleicht noch wichtig werden könnten. Jeder Spieler hat diverse Formulare vor sich liegen, auf denen die Zahlen und Fakten stets aktualisiert werden. DSA kann endlos gespielt werden, der Meister lässt einfach seine Gedanken schweifen, um sich neue phantastische Abenteuer auszudenken. So klingt es, wenn die Jungs DSA spielen und unter anderem eine Kletterprobe bestehen müssen...
Stefan Schäfer: „Als ihr den dunklen Raum betretet, schlägt euch schwüle Feuchte entgegen. Leises plätschern ist zu hören. Ihr steht auf einem schmalen Sims und gegenüber von euch ist ein weiterer schmaler Sims. Dazwischen: Wasser! Und aus diesem Wasser seht ihr zwei dreieckige Flossen auftauchen!“
Johann Sartison: „Sind das Haie?“
Stefan Schäfer: „Du könntest sie dir genauer angucken!“
Johann Sartison: „Ich leuchte da so hin und guck mir das genauer an!“
Stefan Schäfer: „Wenn du genauer hinleuchtest, dass sie nicht die typischen Silhouetten von Haien haben, sondern eher von Schildkröten.“
Johann Sartison: „Also, wir brauchen keine Angst zu haben und können da beruhigt rüber gehen bzw. rüber klettern!“
Stefan Schäfer: „Allgemein bekannt, dass Schildkröten eigentlich nur Salat essen!“
Markus Lüschen: „Da ist ein Seil drüber gespannt und ich klettere da jetzt einfach mal rüber! Kletterprobe! Ich muss jetzt dreimal würfeln.“
[es wird gewürfelt]
Markus Lüschen: „Und.... geschafft! Kann ich da jetzt so rüber?“
Stefan Schäfer: „Du kommst sicher am anderen Ende des Sims an.“
Tim Othold: „Wenn er jetzt rüber ist, zaubere ich eine Brücke.“
[es wird gewürfelt]
Tim Othold: „Jau! Geschafft!“
Die Rastede Gruppe trifft sich alle zwei Wochen. Die Regeln erscheinen einem Neuling zunächst sehr kompliziert, Tim Othold:
Tim Othold: “ Das Regelwerk ist sehr umfangreich. Da gibt es zig Zusatzelemente. In der Situation gibt’s noch die Regel und hin und her! Aber, normalerweise kann man sich als Gruppe quasi die Regeln selbst zusammenstellen. Da steht im Regelwerk auch extra dran: ‚optional’, man kann bestimmte Dinge einfach weglassen und muss nicht darauf eingehen. Man fängt auch eher mit ein paar Grundregeln an und arbeitet sich dann langsam vor. Wir haben uns eigentlich auch so eine persönliche Mischung zusammengestellt, wir lassen sehr viel Kleinkram einfach weg oder übergehen es ganz oder sonst was. Aber es macht dann im Endeffekt für uns einfach mehr Spaß! ”
Das Regelwerk wird in Spielboxen und Buchform veröffentlicht, es gibt aber auch mehr als 150 Abenteuerbände mit vorgefertigten Geschichten. Mit den richtigen Partnern ist DSA ein spannendes, absolut offenes Spiel, das extrem viel Raum lässt für phantastische Geschichten, Einfälle und Ideen. Weder der Meister noch die Spieler wissen, wie ein Abenteuer ausgeht.
Stefan Schäfer: “Man ist vielleicht am Anfang etwas überfordert mit der totalen Freiheit! Man kann ja einfach hingehen, wohin man möchte, man kann machen, was man möchte aber man muss dann auch mit den Entscheidungen, den Konsequenzen leben und klarkommen. Das ist schon am Anfang ungewöhnlich, aber, wenn man sich ein Mal darauf eingelassen hat und auch in diesem System drin ist, sich ein bisschen damit auskennt und sicher damit umgehen kann, dann macht es einfach irrsinnig Spaß!”
Eigentlich gibt es keine Sieger oder Verlierer, gewonnen haben alle Beteiligten aber einen äußerst unterhaltsamen Nachmittag.
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Wenn ein kleines Kind hingefallen ist und eine Schürfwunde hat, legt es automatisch seine Hand auf die Wunde. Wer Migräne hat, fasst sich an den Kopf und massiert die quälenden Regionen. Wer einen Hexenschuss hat, knetet die Bereiche am Rücken, die er mit den Händen noch erreichen kann. Immer wieder werden also die Hände eingesetzt, um bei Beschwerden Linderung zu bewirken. Die meisten Menschen machen das nicht bewusst, sondern ganz instinktiv. Vor allem Kinder denken überhaupt nicht darüber nach, sie setzen ihre Hände einfach ein, ohne zu fragen, warum und wieso ihnen das scheinbar gut tut.
Dass Hände eine heilende Wirkung haben können, ist seit Jahrtausenden in den verschiedenen Kulturkreisen bekannt. Der Japaner Jiro Murai hatte Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts begonnen, das überlieferte Heilwissen zu erforschen. Heilpraktikerin Eika Bindgen:
Eika Bindgen: “Anfang des letzten Jahrhunderts gab es einen Japaner namens Jiro Murai, der war damals 26 und hatte eine für damalige Begriffe unheilbare Krankheit und er machte dann - eigentlich, um sein Leben abzuschließen - eine tiefe Meditation. Er übte die damals ihm bekannten Fingerhaltungen und spürte dann aber, dass das eine besondere Wirkung hat und er machte diesen Prozess sieben Tage lang. Danach fühlte er sich geheilt. Er war so begeistert von dieser Erfahrung, dass er sich der Erforschung dieser Kunst widmete. Jiro Murai hatte Zugang zu alten japanischen Schriften, die in kaiserlichen Gemächern aufbewahrt waren. Er betrieb Studien, um dieses Wissen sozusagen wieder zu beleben. Murai hat dann sein über viele Jahre erworbenes Wissen verifiziert, hat weitere Studien betrieben und hat zum Beispiel Menschen mit Ohrenschmerzen behandelt. Er probierte die entsprechenden Ströme, Haltungen und Stellen aus, um die Ohrenschmerzen zu lösen, zum Beispiel bei Obdachlosen in Tokio oder an anderen Menschen, die ihn riefen, ihn um Hilfe baten.”
So entstand die sogenannte „göttliche Heilkunst, die surch den mitfühlenden Menschen wirkt“ – Jin Shin Jyutsu. Die Amerikanerin Mary Burmeister traf den Japaner Jiro Murai und war so fasziniert von dieser Heilkunst, dass sie gemeinsam mit ihm ein praktikables Konzept für Jedermann entwickelte. Durch sie wurde Jin Shin Jyutsu auch in der westlichen Welt bekannt. Zwischenzeitlich hat sie diverse Bücher und Anleitungen herausgebracht und gibt überall auf der Welt Kurse und Workshops. Außerdem bildet sie Muliplikatoren aus, die ebenfalls wieder Kurse geben und so Jin Shin Jyutsu weiter bekannt machen. Auch in Oldenburg werden Seminare angeboten. Eika Bindgen ist Heilpraktikerin in Oldenburg und erklärt, wie Jin Shin Jyutsu eigentlich funktioniert…
Eika Bindgen: “Jin Shin Jyutsu erklärt praktisch all das, was zwischen Himmel und Erde ist, wie sich eigentlich Energie manifestiert. Das, was ich bin - materiell - hat irgendwo mal seinen Ursprung in einem Gedanken, einem nicht-materiellem Impuls. Dieser immaterielle Impuls bzw. diese Idee vom Menschen manifestiert sich langsam. Das heißt, wir gehen davon aus, dass das, was ich bin, Manifestationen dessen ist, was ich denke. Letztendlich ist der Ursprung all meiner Krankheiten eine innere Haltung. Wenn diese Haltung gegen die Natur des Menschen ist, wenn ich etwas festhalte, was nicht in den Fluss gekommen ist oder was nicht in den Fluss kommt, dann entstehen auch körperliche Blockaden und diese körperlichen Blockaden melden sich in Form von Schmerzen. Wenn wir die Hände dann entweder auf diese schmerzenden Stellen legen oder auf die entsprechenden sogenannten ‚Energieschlösser’, dann harmonisieren wir den Verlauf der Energie. Wir bringen die Energie in den ursprünglichen Fluss. Die Schmerzen und die Staus lösen sich auf. So ist der Gedanke dahinter. ”
Über ein eigenes körperliches Leiden ist sie auf diese alte japanische Heilkunst aufmerksam geworden…
Eika Bindgen: “ Ich hatte 1985 zum ersten Mal einen ganz schmerzhaften Hexenschuss, der vierzehn Tage lang von einem Orthopäden erfolglos behandelt wurde. Ein damaliger Mitbewohner bot mir dann eben so eine Jin Shin Jyutsu-Behandlung an. Er kam gerade von einem Kurs und hielt dann nur so ein bisschen meine Zehen und eine Stelle am Bein, das war ganz unspektakulär. Ich hatte den Eindruck, da würde gar nicht viel passieren. Dennoch war ich am nächsten Tag plötzlich schmerzfrei. Das hat mich so beeindruckt und viele Jahre eigentlich nicht losgelassen. Nach einer zweiten, noch viel schmerzhafteren Attacke, habe ich dann angefangen, diese Kunst einfach für mich selber zu lernen und auszuüben. Ich war dann - trotz schulmedizinischer Diagnose - dass das hätte versteift und operiert werden müssen - nach einem halben Jahr schmerzfrei und habe seit dem auch keine Beschwerden mehr. Ich habe dann diese Selbsthilfekunst zwei bis drei Jahre lang erst mal nur für mich ausprobiert und bei meiner Familie ausgeübt. Dann bin ich 1993 zu einem Fünf-Tage-Kurs nach München gefahren und dort habe ich das theoretische Hintergrundwissen und das gesamte Spektrum erfahren. Von da ab war ich dann ein- bis zwei Mal im Jahr dort zu einem Wiederholungsbesuch. Zu diesem Zeitpunkt bin ich auch angefangen, mit meinen Patienten so zu arbeiten und so ging es immer weiter bis heute.”
Jin Shin Jyutsu sei an sich nichts anderes, als ein angeborenes Wissen, so schreibt Mary Burmeister in einem ihrer Bücher, alles, was wir für Harmonie und Gleichgewicht im Leben brauchen, liege in uns. Und weiter schreibt sie: „Die Lebensenergie durchfließt unseren Körper nach ganz bestimmten Gesetzmäßigkeiten, sie fließt an der Körpervorderseite hinunter und an der Körperrückseite hinauf. Im Jin Shin Jyutsu geht man davon aus, dass Energie in den beiden Händen unterschiedlich fließt: Aus der rechten Handfläche strömt die Energie heraus, in die linke Handfläche strömt die Energie hinein. Durch diese Polarität bewirken die Hände eine unterschiedliche Flußrichtung, man kann sie mit Starthilfekabeln vergleichen, indem wir sie bei uns oder anderen auflegen, helfen wir, dass sich die persönliche Lebensbatterie wieder auflädt.“ Bei blutenden Wunden zum Beispiel wird zuerst die rechte Hand auf über die Körperstelle gelegt und anschließend die linke über die rechte. Diese Haltung soll helfen, Energie in den Körper hineinzuleiten. Streng genommen, ist Jin Shin Jyutsu also nichts anderes, als gezieltes Handauflegen und stimulieren bestimmter Punkte am Körper. Jin Shin Jyutsu kann von jedem erlernt werden, auch von Kindern, es ist im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht. Einmal erlernt, kann man es jederzeit und überall anwenden, am eigenen Körper oder an einem anderen Menschen. Man kann diese Heilkunst auch bei Tieren anwenden.
Eika Bindgen: “Es ist genau so, wie bei Homöopathie, das ist ja das schöne bei Tieren. Man sagt ja auch immer, man muss dran glauben. Aber Tiere haben ja nicht so den Intellekt, sie denken nicht darüber nach und müssen auch an nichts glauben und trotzdem wirkt Jin Shin Jyutsu bei Tieren immer ganz wunderbar!”
Aber kann man mit Handauflegen wirklich Erfolge erzielen, macht es Sinn oder ist alles Hokuspokus und pure Einbildung? Dr. med Markus Dongowski ist Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) in Oldenburg:
Markus Dongowski: “Es sollte jeder machen. Meiner Meinung nach sollte man Jin Shin Jyutsu bereits in Kindergärten und Schulen einführen. Es würde vielleicht noch ein bis zwei Generationen dauern, aber dann wären viele Erkrankungen, die wir haben, einfach nicht mehr da. Das Prinzip lautet: ‚Wehret den Anfängen!’ - Man sollte den Leuten gleich von Anfang an zeigen, was sie machen können oder wie die Zusammenhänge überhaupt funktionieren und warum Schmerzen gerade dort und nicht an einer anderen Stelle auftreten. Es ist ja nicht zufällig, dass der eine Schmerzen am Knie hat, der andere am Magen, der dritte am Auge oder am Ohr. Es gibt ganz bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die aufzeigen, wo die wahren Ursachen sind. Viele Erkrankungen sind nicht mehr in der Ausprägung erforderlich und nicht mehr präsent, wie es momentan der Fall ist!”
Ein Unfall seines Kindes brachte für ihn den Beweis, dass Jin Shin Jyutsu tatsächlich funktionieren kann.
Markus Dongowski: “Meine älteste Tochter ist mittlerweile zehn Jahre alt. Sie war im Alter von einem Jahr auf den Hinterkopf gefallen, hatte eine Gehirnerschütterung erlitten und am nächsten Tag war das aber scheinbar in Ordnung, die Sache war nach ein paar Tagen schon wieder vergessen. Aber nach sechs Wochen fing sie an, Krampfanfälle zu entwickeln, sogenannte ‚Petit Mal-Anfälle’. Sie fing an, zu zucken und zwar an Kopf und Oberkörper und sie war auch leicht weggetreten dabei. Dieser Zustand hielt immer ein paar Sekunden an. Meine Frau zeigte mir das, und meine Kollegen in der Klinik, die Neurologen sagten ganz klar: ‚Narkose - und dann CT!’ - also eine Computertomographie und dann noch Hirnströme messen. Damals machte ich gerade meine Meditationsausbildung. Bei dieser Frau fragte ich dann an: ‚Mensch, du weißt doch immer so andere Sachen, sag doch mal was dazu!’ - Sie antwortete: ‚Jawohl, mach doch mal den Finger-Zehen-Strom und zwar musst du in einer bestimmten Kombination einfach nur Finger und Zehen halten!’. Das habe ich dann vierzehn Tage lang gemacht und danach waren die Krampfanfälle weg!”
Eika Bindgen bietet in ihrer Praxis verschiedene Selbsthilfe-, Kinderkurse, Chill-Out-Gruppen, Projektwochen und Workshops an. Jin Shin Jyutsu ist eine einfache, preisgünstige Hilfe zur Selbsthilfe. Einige Krankenkassen übernehmen bereits die Kosten. Während Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eine Meisterin im Handaufhalten ist, sollte sie es mal mit handauflegen versuchen. Entspannend und beruhigend ist das alle mal!
Jin Shin Jyutsu-Kurse im Jahr 2007 bei Heilpraktikerin Eika Bindgen (Adresse unten):
- Teil I - Einführung und Selbsthilfesequenzen: 28.+29. September
- Teil II - Die 26 Sicherheitsenergieschlösser: 23.+24. November
- Teil III - Finger und Zehen: 29.+30. Juni
- Kinderkurs: jeden Mittwoch 16-17 Uhr
- Selbsthilfe-Praxisgruppen: Montags, 9-11 Uhr und 18-20 Uhr + Dienstags, 9-11 Uhr + Donnerstags 16-18 Uhr
- “Chill Out”-Gruppe: Freitags, 17-19 Uhr
- Projektwochen: 20.-24. August, jeweils 9-11 Uhr und 18-20 Uhr
- Hands-On Samstage: 23. Juni, 15. September und 17. November
- Selbsthilfe-Samstag: 7. Juli
- 5-Tage-Kurs: 12.-16. Oktober
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Große Katastrophe beim 52. Eurovision Song Contest in Helsinki. Roger Cicero trat am 12. Mai im Finale mit dem Song „Frauen regieren die Welt“ an und erreichte nur den abgeschlagenen 19. Platz. Die deutsche Volks-Seele kochte über, den osteuropäischen Nachbarländern warf man Punkteschacherei im großen Stil vor. Zwischenzeitlich haben sich die Gemüter etwas beruhigt, es ist etwas Gras über die Sache gewachsen. Zeit, den Contest noch einmal zu analysieren. Radio-Legende Peter Urban moderierte die Fernsehübertragung auch in diesem Jahr für die ARD. Seine Einschätzung zur gesamten Konkurrenz…
Peter Urban: “Ich fand sie Konkurrenz sehr gut, die Konkurrenz war musikalisch sehr sehr vielfältig, man muss sich einfach nur ein bisschen anstrengen! Das hat man ja gesehen an den Beiträgen aus Großbrittanien und aus Irland, dass das einfach nicht ausreicht! Oder Beiträge aus Dänemark, aus Holland, aus Belgien - das ist einfach kalter Kaffee und alter Schmonz-Kram und befriedigt vielleicht ein paar Glam-Verliebte, in Glamour-Verliebte Fangruppen aber nicht ein Fernsehpublikum von 100 Millionen. Das muss man einfach mal begreifen! Besonders die Briten denken, sie machen was ganz lustiges, in dem sie eine richtige Euro-Trash-Nummer da anbieten und denken, die Europäer sind ja so blöd, die wollen das ja und kaufen das und das krasse Gegenteil ist der Fall! Die Europäer sind nicht so doof! Sie stehen auf ganz normale, gute Pop-Musik, die es in England zuhauf gibt! Da gibt es an jeder Ecke Bands, die sie hätten schicken können. Das geht andern Ländern auch so, das geht Spanien so, ich habe gerade in einer Radiosendung hier auf NDR 2 eine Gruppe vorgestellt aus Spanien, die ist grandios, da sind super Popgruppen in der spanischen Szene, aber von denen taucht beim Eurovision Song Contest überhaupt nichts auf! Da kommen irgendwelche Boy-Bands oder irgendwelche Damen-Trios... Alles, alles langweilig! Das ist also der Grundfehler!”
Gewonnen hat der serbische Beitrag „Molitva“, vorgetragen von Marija Šerifovic. Übersetzt heißt der Titel „Gebet“. Serbien hatte in diesem Jahr zum ersten Mal als unabhängiges Land teilgenommen. Anders als in den Vorjahren traten Serbien und Montenegro diesmal getrennt an. Die 22jährige Šerifovic stammt aus einer Musikerfamilie und ist eine der angesehensten Sängerinnen Serbiens. "Das ist ein neues Kapitel für Serbien, nicht nur musikalisch. Wir werden nächstes Jahr Europa willkommen heißen in Belgrad. Ich bin so stolz, Serbin zu sein". Das sagte sie nach ihrem Sieg. Die Künstlerin hatte auf eine große Bühnenshow verzichtet und ist stattdessen in einem schlichten schwarzen Hosenanzug aufgetreten. Sie wolle Musik hören und nicht anschauen fügte sie hinzu. Hat dieser serbische Beitrag also nun verdient gewonnen?
Peter Urban: “Also, sicherlich! Weil, wenn man so viele Punkte bekommt, dann ist das ja ein großer großer Vorsprung. Punkte aus allen Ländern - auch aus den westlichen Ländern - dann hat man verdient gewonnen. Auch, wenn man nicht unbedingt auf diese Art von Pop-Chanson steht, muss man doch einfach registrieren, dass das ein sehr intensiver Vortrag war, der schon Emotionen weckte und Emotionen hervorbringt und in sofern auch - verständlicher Weise - Punkte bekommen hat. Es war sicherlich nicht mein Favourite, aber ich kann es irgendwo verstehen!”
Auf dem zweiten und dritten Platz landeten die Ukraine bzw. Russland. Haben sich die osteuropäischen Länder also gegenseitig die Punkte zugeschachert? Entwickeln sich hier neue Konflikte zwischen Ost und West? Wie groß ist der Einfluss der Ostländer auf das Ergebnis wirklich? Fakt ist: Auch ohne die Stimmen der östlich orientierten Länder hätte Serbien gewonnen. Auch insgesamt wäre es kaum zu Verschiebungen im Klassement gekommen. Roger Cicero wäre auf den 14. Platz vorgerückt, wenn nur die West-Länder abgestimmt hätten. Peter Urban….
Peter Urban: ”Ja, also, ich sehe das auch nicht ganz so krass! Gut, in Skandinavien gibt es manchmal diese Tendenzen, aber auch nicht immer! Wenn die ein Lied nicht mögen, dann geben die denen auch keine Stimmen. Das ist nicht automatisch, dass da das Nachbarland bedient wird. Im Baltikum gibt es sicher diese Freundschaften. Es gibt sicherlich Stimmen für das Mutterland Russland aus den Ex-Sowjetrepubliken, weil, in den gesamten Sowjetrepubliken überall Russen leben. Es leben bis zu 50% Russen dort, in der Ukraine oder auch selbst in Lettland oder in Litauen und so weiter. Und deswegen bekommen die da auch so viele Punkte. Das ist wohl normal! Es ist einfach so, dass in den letzten drei Jahren zehn bis zwölf neue Länder aus dem Osten, Ex-Sowjetrepubliken oder Länder aus dem Balkan dazu gekommen sind und da ist es ja klar, dass deren Stimmanteil einfach steigt. Und da ja auch in Gesamt-Ex-Jugoslawien - Serben, Bosnier und so weiter - leben, stimmen die natürlich auch für ihre Nachbarländer oder auch für ihre Heimatländer, weil sie im Nachbarland wohnen. Oder sie stimmen für ihr Heimatland, weil sie in Deutschland, in Holland, in Frankreich oder jetzt sogar in England wohnen. Es ist einfach Tatsache, die Migration läuft von Ost nach West und es ist auch ganz verständlich, dass sie mit ihrem Stolz ihre Heimat unterstützen und damit auch eine Verbundenheit mit ihrer Heimat dokumentieren. Das finde ich ganz, ganz normal. Das würden wir genau so machen, wenn wir alle nach Bulgarien auswandern würden. Wir machen es ja auch in Spanien! Ich glaube nicht, dass die fünf Punkte aus Spanien von Spaniern kommen! Denn ich glaube nicht, dass die so unbedingt auf Swing stehen! Sondern, das sind Stimmen von Deutschen, die dort leben, die einen spanischen Anschluss haben oder die Touristen sind und ein spanisches Handy haben oder eine spanische Nummer benutzt haben. Also, ich glaube, das sind echt eher deutsche Stimmen. Wir würden es genau so machen. Das einzige, was ich bedaure ist, dass es zu wenig Offenheit und Toleranz gibt in den Stimmbereichen fünf bis zehn Punkte. Also, in den Bereichen, wo man auch mal einem guten deutschen Beitrag oder einem guten finnischen Beitrag Punkte geben könnte - der finnische Beitrag in diesem Jahr war doch super, das war ein ganz toller Rock-Song!. Der bekam aber leider nicht die Stimmen aus den osteuropäischen Ländern, um ihn weiter nach vorne zu bringen. Mir fehlt einfach die Toleranz in diesem Bereich, dass man einfach auch den westlichen Ländern mal aus dem Osten fünf, sechs, sieben oder acht Punkte gibt, um einfach musikalisch zu denken. Mir wird da doch einfach zu treu nach Landsmannschaft gedacht. Das ist der einzige Punkt, den ich da zu kritisieren habe. Zum Beispiel der ungarische Song ist ja ein rein amerikanischer Song, das ist ein ganz toller Song, eine tolle Sängerin. Ich habe mich so gefreut, dass sie so weit nach vorne gekommen ist. Wäre sie aus Holland oder Dänemark gekommen, wäre sie vielleicht auf Platz 16 oder 18 gelandet. Sie ist also auf Platz neun gekommen, was ich ja persönlich toll finde, weil sie ja zum Beispiel zwölf Punkte aus Serbien bekommen hat. Die hat sie aber nicht bekommen, weil die Serben auf tolle, amerikanische Popmusik stehen, sondern weil sie an der Grenze zu Serbien geboren wurde - ich glaube sogar, sie wurde in Serbien geboren. Deswegen ist sie dort einfach sehr bekannt. Ich finde einfach, ein bisschen mehr Offenheit und Toleranz auch in diesen Ländern wäre nicht schlecht, das sollte von den Fernsehkommentatoren und Fernsehanstalten auch dort mal publiziert werden und den Leuten mal eingebläut werden, dass sie einfach offener, einfach die Songs bewerten und den eben verständlichen Nationalstolz können sie ja mit den zwölf Punkten oder vielleicht auch mit den zehn Punkten berücksichtigen. Dann aber bitte auch offen abstimmen!”
Die sogenannte Punkteschacherei ist kein neues Phänomen und keine osteuropäische Erfindung. Immer wieder in der langen Geschichte des Eurovision Song Contests schenkten sich befreundete Länder gegenseitig jede Menge der begehrten 8, 10 oder 12 Punkte. Möglicherweise sind wir Deutschen einfach nur dauerbeleidigt, weil wir nie zu den Ländern gehörten, die quasi Garantie-Bonus-Punkte bekamen.
Peter Urban: “Ja, wir haben es da natürlich nicht so einfach! Weil, die Länder rund um Deutschland, die uns auch sympathisch sein könnten, die uns gegenüber Sympathien hätten, ausgeschieden sind! Holland, Belgien und Dänemark sind im Semi-Finale ausgeschieden, das heißt, in diesen Ländern schaut dann kaum noch ein Einheimischer dieses Ereignis an, es interessiert sie einfach nicht mehr. Dann schauen nur die Menschen, die zugewandert sind. Die unterstützen dann natürlich ihre Heimatbeiträge und nicht einen Nachbarbeitrag aus Deutschland, der vielleicht einem normalen Holländer sehr gut gefallen würde. Zumal der Cicero in Holland bekannt war. Er hatte fünf Jahre lang in Holland studiert. Auch musikalisch zeigte er sehr große Nähe. Da haben wir es nicht so leicht! Österreich schied aus, die Schweiz schied aus, all diese Länder, die uns hätten da viele Punkte liefern können, waren nicht dabei. Und, da haben wir es nicht ganz so einfach! Aber, ehrlich gesagt, das ist auch nicht so schlimm! Wir sind ja nicht da, um unbedingt zu gewinnen! Ich finde, man sollte immer noch mal die Kirche im Dorf lassen. Das ist ja nun keine Europa-Wahl, es ist einfach ein Spiel, ein Spaß und eine Musikveranstaltung. Man muss sich da nicht unbedingt profilieren, national profilieren, um da glücklich zu werden. Das haben natürlich diese kleinen Länder aus dem Osten an sich, dass sie unbedingt alles reinlegen, weil es für sie eine unheimliche Chance ist, ihr Land bekannt zu machen, sich zu profilieren und so weiter. So denken sie. Ob sich das im nachhinein so auszahlt, wissen wir auch nicht!”
Möglicherweise war unser Beitrage mit Roger Cicero international nicht wettbewerbsfähig, vielleicht haben wir den Nerv Zeit oder den Geschmack der Länder einfach nicht getroffen.
Peter Urban: “Ich weiß es nicht! Ich fand den Beitrag auch sehr gut. Aber er war natürlich ein spezieller Beitrag, der nicht überall verstanden wird. Der wird bei Musikern verstanden, aber ob er beim normalen Fernsehzuschauer verstanden wird, das eben steht in den Sternen! Ich weiß es auch nicht, ich sehe auch keine gerade Linie. Sehen sie, vor drei Jahren in Istanbul wurde Max Mutzke mit einer Show, die praktisch überhaupt keine war - der Mann stand da nur im schwarzen T-Shirt - und mit einem Song, der schön war, aber der auch nicht so spektakulär war, wurde der achter! Vielleicht wäre er 2007 auch nur 18. geworden, weil die Verlagerung der Länder, die Aufteilung der Länder sich verändert hat, es sind mehr Ostländer dazu gekommen, es stimmen viel mehr Länder ab, das könnte auch sein. Damals haben ja auch viel weniger Länder abgestimmt. Aber vielleicht liegt es dann doch wieder an dem Song, vielleicht hat auch einfach der Song so viele Gemeinsamkeiten bei den Menschen geweckt, so viele gemeinsame Nenner, so viele Herzen getroffen, so viele Geschmäcker getroffen, dass er die Punktzahl erreicht hat. Ich denke, wir würden einfach gut fahren, wenn wir einen sehr bekannten Künstler, einen spektakulären Künstler, der auch international nicht unbekannt ist, mit einem sehr guten Song, anbringen würden. Und nicht unbedingt aus der Pop-Ecke, also, ich glaube nicht, dass es Sasha wäre. Sondern vielleicht eher was aus der harten Rock-Ecke, wie Rammstein oder wie Tokio-Hotel oder - mein Gott! - Mark Medlock! Mit seiner Nummer wäre er weit oben gelandet! Da bin ich ganz sicher! Das ist eine super Eurovison-Nummer! Und, da muss man noch mal nachdenken, dass wir mal wirklich mit vollem Dampf da jemanden an den Start bringen. Aber, das ist ein frommer Wunsch. Ob das dann so kommt und ob die dann auch die Bereitschaft haben, das ist ja bei uns immer das Problem, die wollen das ja immer nicht, das wird die Zukunft zeigen. Da werden die zuständigen Leute beim NDR-Fernsehen oder bei der ARD sich auch jetzt Gedanken machen. Ich denke aber nicht, dass diese Form der Dreierauswahl, wie sie in den letzten beiden Jahren praktiziert wurde, in den nächsten Jahren noch stattfinden wird. Ich glaube nicht. Das ist jetzt durch, das Thema, jetzt muss man mal was neues denken. Aber, es hilft garantiert nicht, irgendwelche unbekannten Leute, irgendwelche Nachwuchsleute zu schicken oder auf alte, ‚siegelsche’ Pfade zu gehen. Also, das ist garantiert nicht der Weg!”
Regeländerungen hat es beim Eurovison Song Contest immer wieder gegeben. Und so diskutierte man auch kurz nach dem diesjährigen Wettbewerb in den Gazetten der Republik, ob etwas am Reglement geändert werden müsse. Angedacht sind mehrere Vorrunden, getrennte Viertelfinals für West und Ost. Peter Urban hält jedoch nicht viel von einer erneuten Teilung Europas.
Peter Urban: “Ich weiß auch, dass ich da gegen Wände rede! Insofern denke ich auch über so was nach, nur, ich komme auf keine Lösung! Natürlich ist es auch gar nicht mein Job, das zu tun, mir da Gedanken zu machen, aber das macht ja auch jeder Zuschauer. Der überlegt sich ja, wie man das da ändern könnte, die Regelungen. Regionale Halbfinale oder Viertelfinale könnte man einrichten, das wäre eine Idee. Aber dann würde man ja in einer Zeit, wo Europa wieder zusammenwächst, wieder eine Trennung vollziehen, das ist ja auch nicht im Sinne der Sache! [lacht] Aber sicherlich muss da über irgendwas nachgedacht werden, weil, es wird für den Fernsehzuschauern in den großen Ländern und in den westlichen Ländern einfach uninteressant. Das ist ja die große Gefahr, wenn das Interesse nachlässt, dann kann man auch nicht mehr die Kosten rechtfertigen und dann kann man das irgendwann mal vergessen. Diese Welle darf man gar nicht weiter spülen lassen. Man muss auf irgendwas kommen. Ich weiß aber auch noch nicht, auf was! Aber, die Plädoyers, dass die Leute einfach toleranter abstimmen sollen, die sind ja, glaube ich, edel von mir gemeint, aber große Chancen haben die nicht! ”
Allen Unkenrufen zum Trotz ist der Eurovision Song Contest noch immer die erfolgreichste nichtsportliche Fernsehproduktion der Welt und hat in Deutschland mehr Zuschauer, als ‘Deutschland sucht den Superstar’, Echo- und Comet-Verleihung zusammen. Was die Einschaltquote im Fernsehen angeht, kann das also nur bedeuten: ‘Germany - Twelve Points!’
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99% aller Deutschen kennen ihn. Damit hat er einen Bekanntheitsgrad, von dem viele Politiker nur träumen können. So gesehen ist er eigentlich der einzige wirkliche A-Promi in Deutschland. Die Rede ist von: Heinz-Georg Kramm, besser bekannt als Heino! Seinen Künstlernamen verpasste ihm seine Schwester, die „Heinz Georg“ nicht aussprechen konnte und stattdessen einfach „Heino“ sagte. In seiner über 50jährigen Bühnenkarriere hat der gelernte Bäcker über 50 Millionen Tonträger verkauft und mehr als 1.000 Titel aufgenommen. Hits wie “Schwarz braun ist die Haselnuss” oder aber auch “Komm in meinen Wigwam” oder “Caramba, Caracho ein Whiskey”, “Die schwarze Barbara” und natürlich “Blau blau blau blüht der Enzian” kennt wirklich jedes Kind und brachten ihm erhebliche Charterfolge ein. Auch mit der Interpretation von Seemannsliedern machte sich der große Blonde mit der
schwarzen Brille schnell einen Namen. Dabei ist Heino nicht nur in unseren Breitengraden bekannt, regelmäßig tourt er auch durch die USA, Kanada, Südafrika und Namibia. In seiner jetzigen Heimat Bad Münstereifel betreibt er auch ein „Rathaus-Café“. Größte Spezialität ist natürlich die Haselnusstorte. Im Freizeitpark Phantasialand in Brühl bei Köln ist ebenfalls ein Café nach dem Heimatsänger benannt.
Die schwarze Sonnenbrille ist kein Spleen oder gar Modeaccessoire, sondern tatsächlich zum Schutz, denn Heino leidet unter einer Erkrankung der Augen.
Montag war er anlässlich einer Pressekonferenz in Oldenburg zu Gast. Obwohl er vor einigen Jahren bereits seine Abschiedstournee gab, hat er sich jetzt noch einmal entschieden, mit dem Programm „Heino - Die Show“ durch die Lande zu reisen. Und er zieht noch einmal alle Register seines Könnens. Mit im Gepäck hat er nicht nur seine größten Hits, sondern auch die beliebte Musical-Aktrice Angelika Milster, das Deutsche Fernseh-Ballett, eine Bigband und einen Chor und als wäre das nicht genug - mit dabei ist auch ein ganz besonderer Star. Al Martino!
Heino: “Ja, ich kenne den Al auch schon seit vielen Jahren, wir waren in vielen Sendungen, in Fernsehsendungen zusammen gewesen und ich hatte ja bei meiner allerletzten Tournee das ‚Golden Gate Quartett’ dabei, was auch eine schöne runde Sache war, mit ‚Schwarz-braun ist die Haselnuss’ und dieses Mal wollte ich wieder einen internationalen Künstler haben, ich wollte das Programm ein bisschen international machen, deshalb habe ich den Al angerufen bzw. hat Hannelore angerufen, sie kann wesentlich besser Englisch als ich. Er freut sich, mit mir auf Tournee zu gehen, er freut sich, auch hier in Oldenburg zu sein. Ich habe ihn gar nicht zu überreden versucht, er hat sofort ‚Ja’ gesagt!”
Al Martino wurde 1965 weltberühmt mit dem von Bert Kaempfert geschrieben Song Spanish Eyes. Der 79jährige wird in einem Star-Block jedoch auch Volare, Here in my Heart und Granada singen. Große Erfolge feierte er in Europa auch gemeinsam mit dem Produzenten Dieter Bohlen. Einigen Cineasten dürfte Martino auch durch den Film „Der Pate“ bekannt sein. Er wirkte im ersten und zweiten Teil mit und spielte dort die Rolle des Frank Sinatras, dem einzigen Handlungsstrang in dem Meisterwerk, der auf einer wahren Begebenheit beruhte. Nach dem Ende der gemeinsamen Tournee möchte Hobby-Bäcker Al Martino mit Heino in dessen Rathaus-Cafe gemeinsam backen, und das werden sicher keine kleinen Brötchen sein.
Heino: “ Ja, er hat das über meinen Manager, den Herrn Mewes Kund getan. Er hat so eine Torte mal kreiert und da ich ja auch Bäcker und Konditor bin, hab ich ihn eingeladen ins ‚Heino Rathaus-Café’ zu kommen. Das passiert dann irgendwann am 20./21. herum – wenn wir elfjähriges Bestehen vom ‚Heino-Rathaus-Café“ haben – dann kommt er und er will mir dann seine Torte präsentieren und die kann ich dann vielleicht auch in mein Programm aufnehmen – Al-Martino-Torte – doch, ich freue mich auf diesen Termin!”
Angelika Milster erlangte ihren Durchbruch mit dem Lied „Memories“ aus dem Musical Cats. Aber auch als Schauspielerin machte sie sich einen Namen. In ihrer Karriere gewann sie zahlreiche Preise, u.a. die „Goldene Europa“ und den „ECHO“.
Insgesamt 40 Städte wird Heino mit seinen Kolleginnen und Kollegen bereisen. Am 5. September wird er in der Oldenburger Weser-Ems-Halle zu sehen sein. Karten sind an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich!!
Hilfreiche Links zu diesem Thema:
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Musik in der Sendung
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Amanda Lear - Follow Me
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Queen - Who Want’s To Live Forever
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Mark Medlock - Now Or Never
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Marija Serifovic - Molitva
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Roger Cicero - Frauen regier’n die Welt
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