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Auf Oeins starten in diesem Jahr eine Reihe von neuen Sendungen und Formaten. Erst vor kurzem wurde so zum Beispiel eine neue Vormittagsschiene eingerichtet. Von 11 bis 13 Uhr läuft täglich live das Informationsmagazin „Elf-Dreizehn“ - brandaktuelle Themen und News aus Oldenburg und umzu. Aber auch im Abendprogramm tut sich so einiges! Am vorvergangenen Freitag startete um 18 Uhr kurz nach den Nachrichten die Sendung „Citytalk!“ - Eine neue Call-In-Show mit Marc-Philipp Schneider.
Der Moderator Marc-Philipp Schneider ist vielen Oeins-Hörern bereits bekannt. Er moderiert Montags die Hörzeit und als Gastmoderator auch gelegentlich das Magazin Elf-Dreizehn. Außerdem schreibt er für den Friesländer Boten und setzt sich aktiv für die Förderung junger Journalisten und Künstler ein. In der ersten Ausgabe von Citytalk behandelte Marc-Philipp Schneider das Thema Fremdgehen.
Viele Hörer beteiligten sich per Telefon aktiv an der Sendung. Es wurde heiß diskutiert, ob schon ein harmloser Kuss als fremdgehen gewertet werden kann oder ob man das noch durchgehen lassen kann. Gleichzeitig führte Marc-Phillip eine Umfrage durch, ob die Hörer geduzt oder gesiezt werden möchten - alle Anrufer entschieden sich für das „Du“. Zwischen den einzelnen Anrufen wurde jede Menge Musik gespielt. Gibt es eine bestimmte Musikrichtung, eine bestimmte Musikfarbe?
Marc-Philipp Schneider: “Die Leute können sich was wünschen auf der Internetseite. Das muss natürlich irgendwie in den Rahmen passen. Wir haben hauptsächlich Rock/Pop in der Sendung. Wenn sich jetzt natürlich irgendjemand Heavy Metal wünscht, dann wäre das mit einem Mal was ganz anderes und würde so gar nicht passen. Da müssen wir uns bei den Leuten entschuldigen, so was können wir dann wirklich nicht erfüllen. Aber im Grunde wird das Rock/Pop sein. ”
Die nächste Ausgabe läuft am Freitag, den 22. Juni, um 18 Uhr nach den Nachrichten.
Marc-Philipp Schneider: “Das nächste Mal reden wir über das Thema Erderwärmung. Das ist am 22. Juni. Zum Beispiel über die These: Ist das ganze Thema nur hochgepuscht, oder ist es wirklich wahr, dass wir mit unserer Industrie und diesem Schadstoffausstoß die Erderwärmung vorantreiben? Wir diskutieren auch die über Sachen, die jetzt auf dem G8-Gipfel entschieden wurden. ”
Der Sendeplatz am Freitag Abend ist nicht ganz zufällig gewählt, denn in der Abendschiene läuft seit langer Zeit bereits die Friday Night Line, die auch erfolgreich mit sogenannten Call-In-Elementen arbeitet, Zuschauer können also anrufen und live mitdiskutieren oder sich Musik wünschen. Citytalk wird dieses Angebot am Freitag von nun ab regelmäßig ergänzen.
Marc-Philipp Schneider: “Im Grunde senden wir zweimal im Monat, das ist immer an jedem zweiten und vierten Freitag der Fall, um 18 Uhr - kurz nach den Nachrichten.”
Auf der Internetseite www.Citytalk-onair.de können die Hörer nach der Sendung in einem aufwendig gestalteten Forum eifrig weiter diskutieren. Selbstverständlich kann man hier auch seinen Musikwunsch los werden und mit dem Moderator interaktiv in Kontakt treten. Citytalk ist ein ambitioniertes Projekt des jungen Kollegen Marc-Philipp Schneider. Schalten Sie am kommenden Freitag ein, reden sie mit, wenn ihnen ihre Meinung wichtig ist!
Weitere Sendetermine: 13. Juli, 27. Juli, 10. August, 24. August
Hilfreiche Tipps zu diesem Thema:
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Unter dem Namen „K17“ wurde 1954 in der Forschungsabteilung der Stolberger Pharmafirma Grünenthal eine neuartige Substanz entwickelt.
In Tierversuchen führte der Wirkstoff Thalidomid zu einer schnellen Ermüdung der Versuchstiere. Verantwortlicher Leiter war Heinrich Mückter. Er soll in Krakau während des zweiten Weltkrieges medizinische Experimente an KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern durchgeführt haben. Vor fünfzig Jahren, am 1. Oktober 1957 vermarktete die Firma Grünenthal Thalidomid unter dem Namen Contergan. Eingesetzt wurde es als Schlaf- und Beruhigungsmittel ohne größere Nebenwirkungen. Da Contergan unter anderem auch gegen die typische, morgendliche Schwangerschaftsübelkeit in der frühen Schwangerschaftsphase hilft, wurde das Medikament auch gezielt für Frauen in anderen Umständen empfohlen. Ein fataler Irrtum, wie sich bald herausstellte. In den folgenden Monaten und Jahren wurden in Deutschland rund 5.000 Kinder mit schweren Behinderungen geboren. Weltweit waren ca. 10.000 Kinder betroffen. Carina Hedtke, Contergan-Opfer aus Oldenburg:
Carina Hedtke: “Contergan war bei einmaligem Gebrauch schon fatal. Viele Mütter haben nur eine einzige Tablette genommen. Wenn man es in der ersten Woche bis zum dritten Monat genommen hat, waren schwerste Schädigungen des ganzen Organismus die Folge. Viele Kinder sind gar nicht auf die Welt gekommen, sind gleich gestorben. Und in der Regel, bis zum dritten Schwangerschaftsmonat, waren kurze Arme und kurze Beine die Folge und ab dem dritten Monat gab es dann immer kurze Arme. Wenn eine junge Frau zum Beispiel mit elf Jahren das erste Mal zum Frauenarzt gegangen ist, dann hat man unter Umständen festgestellt, dass die Frau gar keine Gebärmutter hat! Contergan schädigt auch das Gehör und es gab Missbildungen an Nase und Ohren.”
Die Folgen des Wirkstoffs Thalidomid wurden unabhängig voneinander in Deutschland, Großbrittanien und Australien entdeckt. Der Hersteller Grünenthal reagierte zunächst nicht auf die Warnungen. Obwohl der Stolberger Firma bereits 1961 mehr als 1.600 Hinweise über beobachtete Fehlbildungen vorlagen, wurde Contergan weiterhin vertrieben. Der Marktanteil betrug stolze 46%. Der Humangenetiker Widukind Lenz berichtete auf einem Kongress über den Zusammenhang zwischen Contergan und den Missbildungen. Damit löste er den Skandal aus. Nach einem Zeitungsartikel der Welt am Sonntag am 26. November 1961 zog Grünenthal schließlich am darauf folgenden Tag Contergan aus dem Handel. Wann bemerkte Carina Hedtke, dass sie anders war, als die anderen?
Carina Hedtke: “Im Alter von drei Jahren, als meine Mutter dann anfing, mir kleine Mäntelchen zu nähen und kleine Ponchos, wo meine Ärmchen fast nicht rausguckten und die Leute dann immer vor meinem Kinderwagen stehen blieben und hinein guckten und: ‚Oh, mein Gott!’ sagten! Ich meine, da kommt man schon ganz schön schnell dahinter, das was nicht in Ordnung ist! Für mich war es selbstverständlich, dass mein Vater immer versuchte, für mich eine Lösung zu finden, wie man etwas anders tut, als normal. Und so habe ich relativ viel gelernt, durch die Fähigkeit meines Vaters, umzudenken. ”
Der Prozess gegen die Firma Grünenthal wurde im Januar 1968 vor der großen Strafkammer des Landgerichtes Aachen eröffnet. Drei Staatsanwälte, 312 Nebenkläger und zwanzig Verteidiger waren bei diesem Mammutprozess anwesend. Insgesamt wurden 120 Zeugen gehört. Während der 283 Verhandlungstage musste ein Richter ausscheiden, da er mit den Verteidigern der Firma Grünenthal gesprochen hatte. Am 18. Dezember 1970 wurde das Strafverfahren wegen geringfügiger Schuld der Angeklagten und mangelndem öffentlichen Interesse eingestellt.
Carina Hedtke: “Ja, es kam dann irgendwann zu einem Schauprozess. Ich sage deshalb ‚Schauprozess’, weil es gar kein richtiger Prozess war. Grünenthal wurde zwar angeklagt, aber man schloss sehr schnell einen Vergleich, man wollte die Firma dann irgendwie auch nicht kaputt machen. Da spielten dann natürlich wirtschaftliche und finanzielle Interessen eine ganz große Rolle. Grünenthal zahlte 100 Millionen DM in eine Stiftung und die Bundesregierung gab noch einmal 100 Millionen DM dazu. Aus dieser Stiftung beziehen wir heute eine Rente - aus den Zinsen des eingezahlten Geldes. ”
Der Vergleich, der vor Gericht geschlossen wurde, schließt weitere Forderungen an Grünenthal ein für alle Mal aus. Ist die Rente, die die Contergan-Stiftung auszahlt, eine ausreichende Entschädigung?
Carina Hedtke: “Ich persönlich würde mir nicht mehr Geld wünschen. Ich bekomme außerdem Pflegegeld. Aber, ich hätte mir gewünscht, dass unsere Eltern besser angefunden worden wären. Denn eigentlich war das für die Eltern der große Schock. Und meine Eltern bekamen im Jahre 1974 die sehr hohe Summe in Höhe von 15.000 DM. Für meine Eltern war das eine ganze Menge Geld. Und dann wurden regelmäßig Renten gezahlt. Ich bekam den Höchstsatz, ich habe ja diese ganz kleinen Ärmchen, in Höhe von 175 DM. Das sind heute - mit allen Steigerungen und Anpassungen - 545 Euro im Monat. Mir persönlich reicht das. Nur, es ist nicht fair! Viele von uns Contergan-Männern und Frauen haben Folgeschäden! Das bedeutet, ihre Hüften beginnen langsam zu streiken, Rückenbeschwerden sind die Regel und diese Folgeschäden können nicht mehr vor Gericht eingestritten werden. Unsere Eltern mussten damals unterschreiben, dass sie mit der Abfindung keine weiteren rechtlichen Möglichkeiten mehr haben. ”
Der WDR produzierte unlängst einen Fernsehfilm über den Contergan-Skandal. Dieser sollte im Spätherbst 2006 ausgestrahlt werden. Kam es denn überhaupt zu einem Sendetermin?
Carina Hedtke: “Nein, dieser Film ist verboten! Dieser Film ist schlicht weg verboten. Es ist ein Zweiteiler vom WDR produziert und der heißt: ‚Eine einzige Tablette’. Grünenthal und auch der darin vorkommende Rechtsanwalt Schulte-Hillen, der damals auch die Verhandlungen geführt hat für die Eltern - angeblich für die Eltern - der hat sich in dem Film wiedererkannt und hat einstweilige Verfügungen und auch Gerichtsurteile erwirkt und dieser Film ist nach wie vor verboten. Das bezieht sich jetzt zwar nur auf das Drehbuch - der Film ist schon fertig gestellt - aber man streitet jetzt noch darum, in wie weit Grünenthal zum Beispiel als ‚Grünenthal’ auch genannt werden darf oder als ‚Contergan-AG’. Aber dieser Film sollte schon 2006 gesendet werden und er ist immer noch verboten.”
Noch bis Mitte 2003 verschenkte Grünenthal Contergan Restbestände an Wissenschaftler. Die Forschung an dem Wirkstoff Thalidomid geht also weiter. Bereits 1964 entdeckte ein israelischer Hautarzt, dass sich Contergan positiv bei Lepra-Patienten auswirkt. Geschwüre bildeten sich über Nacht deutlich zurück. Seit diesen Entdeckungen wird Thalidomid systematisch in Ländern wie Kolumbien, Brasilien und Indien gegen Lepra und andere Krankheiten eingesetzt. Da die Rate der Analphabeten in diesen Ländern sehr hoch ist, sind die Betroffenen nicht in der Lage, den Beipackzettel zu lesen. Auch das Etikett mit einer durchgestrichenen schwangeren Frau auf der Verpackung missverstanden viele als Antibabypille. In Folge dessen kommt es immer wieder zu Geburten mit Fehlbildung, wie in den 60er Jahren in Deutschland.
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Die USA gilt in vielen Dingen ja durchaus als Hort des Konservatismus. Besonders in Sachen Sex sind die Amis oft hinterher. Prüderie und Doppelmoral sind da an der Tagesordnung. Und die alles andere als liberale Einstellung zur Sexualität zeigt sich neuerdings in geradezu skurril anmutenden Kursen: Denn da werden Seminare zur so genannten „Entschwulung“ angeboten. Da soll die Homosexualität also quasi ausgetrieben werden. Mehr darüber kann uns nun Katja Gelinsky erzählen. Sie ist Mitarbeiterin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung in den USA. Hallo Frau Gelinsky:
Katja Gelinsky: “Schönen guten Tag aus Washington. Hallo!“
Oli: “Frau Gelinsky, wie ist das Klima für Schwule in den USA? Hat das Land solche Kurse wirklich nötig?”
Katja Gelinsky: „Also hier ist es auch so, dass die soziale Akzeptanz von Homosexuellen tendenziell zunimmt. Das lässt sich auch daran ablesen, dass homosexuelle Partnerschaften rechtlich zunehmend gleichgestellt werden. Aber andererseits darf man eben nicht vergessen, dass die Vereinigten Staaten ein sehr religiöses Land sind. Und, da gibt es dann natürlich gewisse Probleme mit dem Thema Homosexualität.“
Oli: “Wer veranstaltet so etwas?”
Katja Gelinsky: „Das sind christliche Vereinigungen, die in verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten aktiv sind. Und sehr häufig sind dort Laien tätig. Also es gibt zwar auch eine Zahl von Therapeuten, die behaupten, man könne Homosexualität ändern. Aber, wenn wir jetzt über diese Entschwulungskurse sprechen, dann sind das häufig christlich-konservative Anbieter aus dem evangelikalen Milieu.“
Oli: “Wer besucht diese Kurse?”
Katja Gelinsky: „Das sind Homosexuelle, die selbst einen sehr stark religiösen Hintergrund haben. Und deshalb Schwierigkeiten damit haben, mit ihrer sexuellen Orientierung. Und nach Hilfe suchen.“
Oli: “Wie laufen diese Kurse ab?”
Katja Gelinsky: „Es ist so, dass da jeder so ziemlich macht, was er für richtig hält. Da gibt es einige Anbieter, die haben einen eher spirituellen Ansatzpunkt. Da wird dann viel gebetet. Dann gibt es andere, die versuchen mehr praktische Methoden. Da wird dann versucht bei homosexuellen Männern, deren Maskulinität zu stärken, indem ihnen gesagt wird, wie sie zu sprechen und zu gehen haben. Und dann gibt es noch ganz extreme Programme, die aber sehr, sehr selten sind. Da versucht man dann, den Dämon Homosexualität auszutreiben. Aber das ist keineswegs repräsentativ.“
Oli: “Wie ist die, nennen wir sie aus Sicht der Veranstalter mal, „Erfolgsquote“?”
Katja Gelinsky: „Die Frage ist auch schwierig zu beantworten. Weil nämlich gar keine Statistiken geführt werden. Deshalb lässt sich das wirklich nicht sagen, wie erfolgreich so etwas ist. Zumal Kritiker dann natrlich auch noch sagen, ja wie sieht es denn aus, jemand, der behauptet, er ist jetzt nicht mehr homosexuell, ist es tatschlich der Fall? Oder redet sich das diese Person das nur ein?”
Oli: “Frau Gelinsky, vielen Dank für das Gespräch!
Katja Gelinsky: „Ja bitte, herzlich gerne!”
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Informationen vom LuST-Verein.
Schwule, Lesben, Bi-Sexuelle, Transgender und deren Freundinnen und Freunde trafen sich am letzten Wochenende wieder in Oldenburg. Gemeinsam feierte man auch in diesem Jahr wieder den CSD, den Christopher Street Day. Der CSD soll an die Ereignisse vor rund 40 Jahren in New York erinnern, die aus heutiger Sicht einen Meilenstein in der wechselvollen Geschichte der Homosexuellen darstellt.
In den Szenekneipen der Stadt gab es immer wieder äußerst gewalttätige Razzien der Polizei. Am 28. Juni 1969 lief das Fass jedoch über. In der Bar ‘Stonewall Inn’ in der Christopher Street in Greenwich Village begannen die Schwulen in den frühen Morgenstunden erstmals, sich gegen die Aktionen der Polizei zu wehren. Es folgte eine Straßenschlacht, die tagelang andauerte. Seit 1970 wird in New York am letzten Samstag im Juni, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert. Mittlerweile feiert man den CSD weltweit. In Deutschland fanden 1979 die ersten Veranstaltungen unter dieser Bezeichnung in Bremen und Berlin statt. Der
CSD ist also eigentlich eine politische Demonstration, die heute jedoch eher mit einer Love Parade oder einem Karnevalsumzug vergleichbar ist. Die Party und Feiern scheinen im Vordergrund zu stehen. Wurde der CSD im Laufe der Jahre also entpolitisiert? André Eberlei, Pressesprecher des LuST-Vereins:
André Eberlei: “Ja, der Vorwurf ist natürlich berechtigt. Ich glaube auch, dass unglaublich viele Menschen tatsächlich den Feiercharakter in den Vordergrund stellen. Das ist auch völlig in Ordnung. Ich glaube eben nur, dass das andere nicht in den Hintergrund geraten darf. Das werden wir dieses Jahr auch versuchen, etwas stärker in den Vordergrund zu rücken. Wir haben ja einen politischen Brief veröffentlicht, in dem wir klare Forderungen an unsere Politiker und Politikerinnen gestellt haben, was diese Region angeht, was unsere Unterstützung angeht. Wir möchten, dass auf der Parade alle Teilnehmer und alle Wagen, alle Fußgruppen ein Ziel haben. Wir wollen ganz klar Flagge zeigen. Wir werden deutlich politischer.”
Der LuST-Verein organisierte den CSD Nordwest in
Oldenburg. LuST ist die Abkürzung für „Lesben- und Schwulentag“. Traditionell begannen die bunten Tage mit der sogenannten „Nacht der kleinen Künste“ am Freitag Abend in der Kulturetage. Was waren die Highlights des Abends?
André Eberlei: “Ich selber freue mich besonders auf ‚Friederike Wenner’ aus Braunschweig. Sie wird aus ihrem Repertoire vorlesen. Ich freue mich auf ‚Jan aus Kiel’, ein Zauberkünstler, der wohl - wenn ich es richtig verstanden habe - ein bisschen poetisch sein wird und natürlich auf die Moderation von ‚Daphne de Baakel’, der Multifunktionstunte aus Berlin. Das wird alles sehr spannend! Dabei sein werden dann auch noch ‚Frank und Jerry’ hier aus Oldenburg, der schwul-lesbische Chor ‚Da capo al dente’ und die ‚Sourcreams’, eine Frauenband.”
Am Samstag, den 16. Juni, fand wieder die große CSD-Parade queer durch den Citybereich statt. Die Fußgängerzone wurde bereits Tage vor dem Ereignis mit bunten Regenbogenfahnen geschmückt. Die Route der DemoParade mutete zunächst etwas chaotisch an, aber das hatte seine Gründe:
André Eberlei: “Wieder durch die Innenstadt, allerdings durch die Baumaßnahmen natürlich etwas herumgeführt. Wir werden durch die Achternstraße gehen und auch einmal kurz über den Schlossplatz, auf dem wir leider die Abschlussveranstaltung nicht haben können, vielleicht im nächsten Jahr wieder. Die Route wird einmal hin und einmal zurück durch die Achternstraße gehen, am Stau entlang usw. Beginn ist um 13:30 Uhr in der Rosenstraße/Ecke Bahnhofstraße und wir enden dann um ca. 16 Uhr auf dem Pferdemarkt.”
Auf dem Pferdemarkt erwartete die Besucher dann eine Abschlusskundgebung und ein Kulturfest. Neben vielen Info-Ständen sorgten DJ’s und Live-Acts ununterbrochen für gute Laune. Auch Oberbürgermeister Dr. Gerd Schwandner war anwesend, und er ließ es sich nicht nehmen, kräftig mitzufeiern. Schon auf der Parade war er auf seinen eigenen Wunsch hin auf dem Wagen der AIDS-Hilfe dabei. Mit dem Kulturfest war der CSD 2007 aber noch lange nicht vorbei, auch in diesem Jahr gab es eine große Party, eine „Pride Night“. Wo fand sie statt?
André Eberlei: “ In der Weser-Ems-Halle, die ja in den
letzten Jahren doch etwas groß anmutete. Wir haben sie durch ein neues Deko-Konzept optisch verkleinert. Man darf sich auf einen Disco-Tempel der 70er und 80er-Jahre freuen. Schöne Musik mit zwei ganz spannenden DJ’s.”
Aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten und fehlenden ehrenamtlichen Helfern wäre der Christiopher Street Day in Oldenburg in diesem Jahr fast ausgefallen. Nur zwölf Personen standen dem LuST-Verein für die Organisation zur Verfügung. Es bleibt zu wünschen, dass sich die schwul-lesbische Community wieder auf den CSD und seine Bedeutung besinnt und den LuST-Verein in Zukunft stärker unterstützt. Dieser Tag ist eben mehr als pure Party. Noch lange haben Schwule und Lesben nicht alle Rechte, von Gleichberechtigung ist die Gesellschaft noch weit entfernt. Natürlich darf an diesem Tag kräftig gefeiert werden und man darf stolz sein, auf das bisher erreichte. Trotzdem gibt es noch viel zu tun, damit Schwule und Lesben endlich alle Rechte und Pflichten bekommen.
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von Christina ter Glane, Oldenburg eins / Technik: Ilka Lange
Intro, Christina ter Glane: „Am vergangenen Samstag knallten die Sektkorken in der Oldenburger City und zwar beim 13. Christopher Street Day. Bunte Fummel, rosa Glitzer und alles was man sonst so braucht um Spaß zu haben war vertreten und auch wir von ‚Oldenburg eins’ waren dabei!“
Christina ter Glane vor Ort: „Der Umzug des Christopher Street Days setzt sich gerade eben in Bewegung, der erste Wagen rollt an uns vorbei mit bunten Luftballons und Regenbogenfarben! Alle sind dabei, haben was tolles geleistet, haben sich was überlegt, haben gute Aktionen und omnipräsent ist mal wieder die Regenbogenflagge. Hier haben wir eine ganz besonders attraktive, junge Dame, sag mal, was bügelst du denn da?“
Büglerin: „Also, ich bügel mein Oberteil für morgen, und da ich Fan der 70er bin, hab ich gedacht, das ist ganz passend hier auch für den CSD und gleichzeitig auch als politische Botschaft: Falten zu wogen und zu glätten, die im Laufe der Zeit doch entstanden sind. Das ist so meine Meinung!“
Christina ter Glane: „Du hast ja nun heute auch schon ein ganz entzückendes Outfit an, beschreib das doch einmal bitte für unsere Hörerinnen und Hörer!“
Büglerin: „Ich habe einmal diese rosa-geblümte Kittelschürze, dann einen grünen Bügelfaltenrock und eine offene rosa Bluse, wo doch der Spitzen-BH etwas herausschaut!“
Christina ter Glane: „Das ist extrem sexy und - darf ich das sagen? - Heiße Beine, Baby!“
Büglerin: „Dankeschön! Heute Morgen rasiert!“
Christina ter Glane: „Auch das ganz junge Publikum war vertreten und hellauf begeistert vom bunten Treiben!“
kleines Mädchen: „Ich finde das toll, das alles so bunt ist und so! Und das hier so viele Menschen sind, ich mag nämlich gerne, wenn hier so viele Leute sind!“
Christina ter Glane: „Aber bei allem Spaß wurde auch auf ernste Themen aufmerksam gemacht. Warum? Das sagten uns die zahlreich vertretenden und feiernden Mitarbeiter der AIDS-Hilfe.“
Mitarbeiter AIDS-Hilfe: „Weil wir Gelder brauchen für die Oldenburgische AIDS-Hilfe. Ein ganz ganz wichtiges Thema! Die Gelder für die AIDS-Hilfe sind einfach nicht mehr so flüssig sind aus der Gesellschaft, von den Ämtern etc. Die Gelder werden immer weiter reduziert, weil - anscheinend - AIDS in der Öffentlichkeit kein Thema mehr ist! Mehr Werbung, mehr Aufklärung, mehr Prävention!“
Christina ter Glane: „Dieses Thema, besonders bei Jugendlichen, liegt auch Oberbürgermeister Dr. med Gerd Schwandner am Herzen!“
Dr. Gerd Schwandner: „Na ja, ganz einfach. AIDS ist letztendlich eine tödliche Erkrankung, die man ganz einfach nicht bekommen kann, in dem man Vorsorge trifft und in dem man Kondome benutzt. Und gerade für Jugendliche ist das wichtig, die ja ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen und das sollte man einfach vorsichtig sein und keinen ungeschützten Verkehr machen!“
Christina ter Glane: „Das ist ja ihr erster CSD Nordwest hier in Oldenburg, wie gefällt er ihnen bislang?“
Dr. Gerd Schwandner: „Ganz toll! Die Stimmung ist große Klasse. Was ich ganz besonders gut finde, ist das Publikum, welches uns zuschaut, wie es reagiert, die freuen sich alle und das ist doch toll!“
Christina ter Glane: „Also, ein echter Gewinn für die Stadt Oldenburg?“
Dr. Gerd Schwandner: „Ja, unbedingt! Ich freue mich ja jetzt auf den Rest meiner Amtsperiode, das sind ja noch siebeneinhalb Jahre, dass ich immer dabei sein kann!“
Christina ter Glane: „Ich habe ja meinen Kollegen Oliver Rosenthal hier neben mir und Oliver hat natürlich knallhart recherchiert, was das hier mit dem Christopher Street Day in Oldenburg auf sich hat. Kannst du uns mal ein paar Fakten nennen, wie lange gibt’s den denn hier eigentlich schon?“
Oliver Rosenthal: „Hier in Oldenburg gibt’s ihn schon einige Jahre. Die Geschichte ist aber eigentlich viel älter. Das ging vor 40 Jahren los in New York. Zu der Zeit gab es sehr viele brutale Übergriffe und Razzien in den einschlägigen Schwulen- und Lesbenlokalen und das war eine sehr harte Zeit! Die Schwulen und Lesben haben sich auch lange Jahre nicht dagegen gewehrt. Aber am 28. Juni 1969 kam der Wendepunkt! In der Bar ‚Stonewall Inn’, eine Schwulen-Bar, in der Christopher Street - deswegen heißt es ‚Christopher Street Day’ - gab es zum ersten Mal einen Aufstand der Schwulen. Man hat sich gegen die Polizeiübergriffe gewehrt. Es folgte eine tagelange Straßenschlacht in dieser Christopher Street. Das war ein Meilenstein in der Schwulengeschichte, weil die Schwulen sich endlich mal nicht haben auf der Nase rumtanzen lassen von der Obrigkeit! Seit 1970 feiert man das bereits in New York und mittlerweile natürlich weltweit.“
Der CSD Nordwest 2007 - Eine gelungene, friedliche Demonstration, bei der sich politischer Anspruch und Party nicht ausschlossen. Das war eine Reportage von Christina ter Glane unter Mitarbeit von Ilka Lange.
Hilfreiche Tipps zu diesem Thema:
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Musik in der Sendung
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Elton John & Jennifer Rush - Flames Of Paradise
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Counting Crows - Colorblind
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New Edition - Mr. Telephone Man
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Malvina Reynolds - Little Boxes
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Village People - In The Navy
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Tom Jones - She’s A Lady
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Amanda Lear - Copacabana
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