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Sendung vom 18. Juli 2007 / 18:05 Uhr

ausgestrahlt auf oeins


Hier können Sie die Themen der Sendung nachlesen und welche Musiktitel gespielt wurden.

 

Die Themen:

Das fliegende Spaghetti-Monster
Mit Leergut Gutes tun
Gut hören vom ersten Lebenstag an
Neue Kunstausstellung in Bad Zwischenahn

  • Das fliegende Spaghetti-MonsterSpaghettimonster

Essen Sie gerne Penne, Maccaroni, Rigatoni und andere nudelige Köstlichkeiten? Mit leckerer Tomatensoße und Fleischbällchen? Wenn Sie sich dann noch gerne Piratenfilme im Kino anschauen, stehen sie einer neuen Glaubensgemeinschaft näher, als sie vielleicht denken! Seit Juni 2005 gibt es die so genannte „Vereinigte Kirche des fliegenden Spaghetti-Monsters“. Das Spaghetti-Monster hat alles erschaffen, was wir sehen und fühlen. Das behaupten die Anhänger dieser Kirche, die sich selbst als ‚Pastafari’ bezeichnen. Sie beschreiben das Monster als einen Klumpen verwickelter Spaghetti mit zwei Augenstielen, zwei Fleischbällchen und nudeligen Anhängen. Bruder Bucatini alias Jörg Steinhaus ist Betreiber der deutschen Homepage der Glaubensgemeinschaft und erklärt den Zusammenhang zwischen Piraten und globaler Erderwärmung.

Jörg Steinhaus: “Das ist einer der wichtigsten Grundannahmen, aufgrund dessen sich das fliegende Spaghetti-Monster auch nicht mehr verstecken konnte. Es wurde allzu evident für jeden wissenschaftlichen Menschen, dass die Erderwärmung einen bestimmten Grund haben musste. Al Gore hat es ja auch erkannt. Aber die Pastafari haben erkannt, dass es einen anderen Grund hat. Das auserwählte Volk des fliegenden Spaghetti-Monsters sind die Piraten. In den letzten mehreren hundert Jahren ist die Zahl der Piraten stark gesunken, und gleichzeitig nahm die Temperatur der Erde zu. Es ist also offensichtlich ein Zusammenhang gegeben, dass mit abnehmender Zahl der Piraten die Temperatur der Erde steigt. Das Gegenmittel ist also, dass wir wirklich wie Piraten werden, uns wie Piraten fühlen, dass wir piratisch aussehen und uns piratisch verhalten und dann auch einfach mal ein lautes ‚Ahhhhh’ in die Gegend schreien. Das sind die Piraten, die die Zukunft braucht, um die Temperatur der Erde wieder runter zu kriegen. Denn die hohe Erderwärmung, die hohe Temperatur ist natürlich nicht normal und ist auch nicht gut für unseren Planeten!”

Damit die Anzahl der Piraten schnell wieder steigt, erwartet das fliegende Spaghetti-Monster natürlich, dass die Gläubigen Piraten-Insignien tragen.

Jörg Steinhaus: “Zwingen wird das fliegende Spaghetti-Monster niemanden. Die Insignien, die man dann tragen kann, sind verschiedenartig. Es fängt damit an, dass ich zum Beispiel Manschettenknöpfe trage, auf denen ein Anker zu sehen ist. Das sind alte Admirals-Manschettenknöpfe. Man darf selbstverständlich auch mit Piratenklappe und Kopftuch rumlaufen, das ist jedem Pastafari dann selbst überlassen.”

Der 28jährige amerikanische Physiker Bobby Henderson gründete die Glaubensgemeinschaft. Es ist die satirische Antwort auf den erfolgreichen Versuch fundamental-religiöser Gruppen in den USA, Einfluss auf den Biologieunterricht zu nehmen. Seit der Gründung gewinnt die Spaghetti-Kirche stetig neue Sympathisanten. Was für Gebete sprechen die Pastafari?

Jörg Steinhaus: “Die Gebete sind solche, die man in unserer Gesellschaft heutzutage vielleicht gar nicht so erkennen würde. Es ist piratisches Gehabe. Es ist ein relativ wildes Benehmen, ein Unkontrolliertes, im Grunde genommen ein ‚zurück zur Natur’. Bloß dann eben in einem bestimmten piratischen Umfeld. Und das fliegende Spaghetti-Monster gibt dazu ganz konkrete Hinweise, die wurden unserem Propheten Bobby Henderson in die Hand gegeben. Die hat er auch veröffentlicht, jüngst sogar in einem deutsch übersetzten Buch, und in diesem drückt das fliegende Spaghetti-Monster dann ganz konkret aus, was man machen soll und was man eben nicht machen soll.”

Statt mit dem Wort Amen werden die Gebete mit ‚RAmen’ beendet:

Jörg Steinhaus: “RAmen ist eine asiatische Nudelsuppe. Ganz geschickt hat das fliegende Spaghetti-Monster und Hinweise gegeben, wie wir es erkennen können. Und eine Nudelsuppe, die RAmen heißt, ist nun ein ganz eindeutiges Zeichen für das fliegende Spaghetti-Monster.”

pastafarian_heavenGibt es bei den ‚Pastafari’s’ ein Leben nach dem Tod?

Jörg Steinhaus: “Nach dem Tod erwartet uns der ‚fliegende Spaghetti-Monster-Himmel’, der sieht nur für diejenigen, die an das fliegende Spaghetti-Monster glauben, besser aus, als für die, die nicht dran glauben. Für die gläubigen Pastafari, also diejenigen, die das fliegende Spaghetti-Monster anerkennen und ihm huldigen, wartet ein Himmel mit einer Stripper-Fabrik und einem Biervulkan. Für diejenigen, die nicht dran glauben, wartet zwar auch ein Vulkan, aber dann einer mit schalem Bier.”

Regelmäßig treffen sich die Gläubigen, um dem Spaghetti- Monster zu huldigen. Bei solchen Zusammenkünften geht es etwas anders zu, als bei einem christlichen Gottesdienst an einem Sonntag:

Jörg Steinhaus: “Wir benehmen uns, wie sich Piraten benehmen würden, wie man Piraten kennt. Wir gröhlen, wir trinken, und wir machen andere Sachen, die man kleinen Kindern vielleicht nicht erzählen würde. Das ist in etwa das, was das fliegende Spaghetti-Monster von einem Pastafari erwartet. Es darf allerdings auch nicht übertrieben werden, das muss man gleich dazu sagen! Eine der jüngsten Forschungsergebnisse von Bobby Henderson ist, dass die Zahl der Piraten gar nicht zu hoch werden darf, denn eine zu große Zunahme von Piraten würde dann tatsächlich zu einer Temperatur führen, die uns in eine neue Eiszeit stürzen würde.”

In den USA gibt es bereits regionale Gruppen und Vereinigungen, so zum Beispiel die ‚Reformed Church Of Alfredo’, die ‚Moomin Church of His Spaghettiness oder aber auch die ‚SPAM – The Spaghetti & Pulsar Activating Meatballs’ (‚Die Spaghetti- und Pulsar-aktivierenden Fleischbällchen’). Das fliegende Spaghettimonster ist scheu und zeigt sich nur selten. Eine Sichtung in Deutschland wurde per Video aufgenommen. Handelt es sich evtl. um eine plumpe Fälschung?

Jörg Steinhaus: “Das ist selbstverständlich echt! Das ist genauso echt, wie der Absturz der Concorde. Es wurde unter ähnlichen Bedingungen aufgenommen, also ein zufälliges entlang fahren auf einer Straße in Hamburg, und schon ist einem Pastafari das fliegende Spaghetti-Monster begegnet. Es hockte in dem Fall auf einem Hochhaus, und wir gehen davon aus, dass irgendwo dort eine Schule war, dass irgendwo dort eine wissenschaftliche Einrichtung war und das fliegende Spaghetti-Monster eingreifen musste, um eben nicht erkannt zu werden. Dabei hat es sich etwas leichtsinnig verhalten und ist einem Pastafari erschienen, der dann gerade die Videokamera dabei hatte. Wir finden, das ist aber trotzdem ein ganz schönes Dokument, weil es zeigt, dass das fliegende Spaghetti-Monster omnipräsent ist, dass es überall ist, dass es jederzeit, an jedem Ort der Welt eingreifen kann.”

Die Kirche ist bereit, jedem 1.000.000 Dollar zu zahlen, der beweisen kann, dass Jesus Christus nicht der Sohn des fliegenden Spaghettimonster ist. Das Monster und Jesus haben aber eines gemeinsam, die Gewaltlosigkeit:

Jörg Steinhaus: “Niemand sollte sich dogmatisch verhalten in eine bestimmte Richtung, sondern, sollte offen sein, für verschiedene Ideen und sollte die anderen auch akzeptieren, die andere Ideen haben. Deswegen behauptet auch der Pastafarianismus von sich selbst - und bisher gibt es keinen Gegenbeweis! - die friedlichste aller Religionen zu sein, und ich glaube, das ist den Mitgliedern, den Pastafari, auch das wichtigste!”

Die „Vereinigte Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ ist ein sympathische und friedvolle Glaubensgemeinschaft, die zwar einen ernsten Hintergrund hat, aber das Leben auch zu genießen weiß. Bei den Pastafari ist eben jeden Tag Miracoli-Tag! RAmen!

Hilfreiche Tipps zu diesem Thema:

 

 

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  • Mit Leergut Gutes tun

Die deutschen sind nicht nur Weltmeister im Reisen, sondern auch im Spenden. Gerade zur Weihnachtszeit sitzt der EURO inMalteserAutomat den Geldbörsen besonders locker, da gibt man gerne einmal etwas für einen wohltätigen Zweck. Viele Organisationen sind auf diesen Geldregen dringend angewiesen, um wichtige Projekte finanzieren zu können. Der Malteser Hilfsdienst aus Köln geht nun ganz neue Wege, um auch zu anderen Jahreszeiten einfach und bequem Spenden sammeln zu können. Die Stadt Oldenburg fungiert hierbei als Testgebiet. Ab sofort kann man in acht ‚aktiv und irma-Supermärkten’ in der Huntemetropole am Pfandautomaten für die Malteser spenden und so während des Shoppens ganz nebenbei Gutes tun. Isabella Roeb, Projektleiterin für den Spendenknopf bei den Maltesern:

Isabella Roeb: “Wir haben an die Leergutautomaten zusätzlich Knöpfe installieren lassen. Das heißt, es gibt jetzt neben dem normalen Bon-Knopf einen weiteren Knopf. Wenn man sein Pfandgeld

Bildquellennachweis:
© Malteser Hilfsdienst e.V., Köln

spenden möchte, gibt man wie gewohnt das Leergut ein, und danach kann man sich entscheiden, ob man jetzt den gewohnten Knopf drückt oder den neuen Spendenknopf. Wenn man den Spendenknopf drückt, dann wird das Geld direkt online an die Malteser gespendet.”

Während diese Art des Spendens bei uns völlig neu ist, hat man in anderen europäischen Ländern schon gute Erfahrungen machen können. In Skandinavien, Holland und in der Schweiz wurden bisher mehr als 2.000 Automaten mit einem Spendenknopf ausgestattet. Für den deutschen Markt haben die Malteser zusammen mit dem Automatenhersteller TOMRA ein Konzept entwickelt.

Isabella Roeb: “TOMRA setzt das Prinzip schon seit mehreren Jahren erfolgreich um. Wir hatten gesehen, dass es das in anderen Ländern gibt und wollten das natürlich auch für gerne uns, die Malteser in Deutschland, umsetzen. Zur gleichen Zeit war TOMRA schon an diesem Projekt dran, und dann haben wir zusammen gefunden und waren genau auf der gleichen Wellenlinie. Wir haben dann gemeinsam versucht, Partner zu finden, mit denen wir das zusammen machen können.”

Frau_am_AutomatenDer Verbraucher muss sich nicht umgewöhnen, die Automaten akzeptieren die gleichen Pfandflaschen wie bisher. Natürlich ist die Spende freiwillig, der Kunde hat immer die Wahl, ob er einen normalen Pfandbon haben möchte oder ob das Geld an die Malteser gehen soll. Wie aber wird verhindert, dass eine versehentliche Spende ausgelöst wird?

Isabella Roeb: “Wir möchten demnächst eine Bestätigungs-Software anbringen, die wird es in zwei Monaten etwa geben. Dann wird der Kunde, wenn er ein Mal den Knopf gedrückt hat, am Display noch mal gefragt, ob er sicher ist, dass er die Spende tätigen möchte. Dazu muss er noch mal den

Bildquellennachweis:
© Malteser Hilfsdienst e.V., Köln

Knopf drücken. Wird der Knopf nicht noch mal gedrückt, dann wird automatisch ein normaler Wertbon ausgedruckt. Da wir das noch nicht haben, haben wir bis jetzt eine Sicherheitsvorrichtung vor dem Knopf, das heißt, es ist eine rote Abdeckplatte, unter die man halt drunter greifen muss, damit auch niemand aus Versehen etwas spendet.”

Das System soll also noch sicherer gemacht werden, um Irrtümer definitiv auszuschließen. Wer aber doch einmal versehentlich gespendet hat und es sich anders überlegt, bekommt sein Geld gegen Vorlage des Spendenbons ohne Probleme ersetzt. Wie werden die Spendengelder eingesetzt?

Isabella Roeb: “Das Geld geht zum Teil direkt nach Oldenburg. Dort haben wir einen neuen Einkaufsdienst eingerichtet. Das bedeutet, alte oder gebrechliche Menschen können dort bei kooperierenden Supermärkten ihren Einkaufszettel durchgeben und gleichzeitig uns Malteser anrufen, wir bringen dann die Einkäufe bis an die Haustür.”

Die Resonanz bei den Kunden sei erstaunlich gut, viele seien bereit, ihre Pfandflaschen für einen guten Zweck einzusetzen. Derzeit kann man diese Form der Spende noch nicht bei der Steuererklärung absetzen, der Malteser Hilfsdienst verhandelt jedoch gerade mit den Finanzbehörden, um auch hier eine schnell Lösung zu schaffen. Wenn der Feldversuch in Oldenburg weiterhin so positiv verläuft, sollen die neuen Automaten bald in ganz Deutschland eingesetzt werden. Mit Leergut Gutes tun - Zwischen Frischobst und Fleischtheke ist das jetzt möglich. Eine Idee, die sicherlich Schule machen wird!

Hilfreiche Tipps zu diesem Thema:

 

 

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  • Gut hören vom ersten Lebenstag an

Wenn ein neugeborenes Kind schlecht hört, ist es enorm wichtig, dass diese Schwerhörigkeit so schnellBabyHoeren wie möglich erkannt und behandelt wird. Mit dem sogenannten Neugeborenen-Hörscreening ist diese Früherkennung ganz unkompliziert möglich. In vielen Industrieländern ist das längst Standard. Aber die Bundesrepublik scheint ein Entwicklungsland in Sachen flächendeckendem Hörscreening zu sein. Um diesen Zustand zu ändern, arbeiten die Kliniken der Stadt Oldenburg und des Ammerlandes jetzt zusammen. Beim renommierten Hörzentrum Oldenburg laufen die Fäden zusammen, hier werden die Abläufe koordiniert. Welchen neuen Ansatz verfolgen die Partner? Dr. Stephan Albani ist Geschäftsführer des Hörzentrums Oldenburg:

Dr. Stephan Albani: “Der neue Ansatz ist: ‚Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es!’ - nach Kästner. Das heißt, das Verfahren ‚Neugeborenen Hörscreening’ ist seit vielen vielen Jahren bekannt, es wird auch schon in einigen Ländern flächendeckend umgesetzt. Auch in der Bundesrepublik gibt es einige Bundesländer, in denen es flächendeckend umgesetzt wird. Nur hier in Niedersachsen, sowie auch in vielen anderen Bereichen der Bundesrepublik Deutschland wird es halt noch nicht getan. Und was wir jetzt halt hier vorhaben, ist, dass wir nicht warten, bis dieses geschieht, sondern, dass wir in der Kooperation mit den Kliniken vor Ort - das sind das PIUS-Hospital, das Evangelische Krankenhaus, das Klinikum Oldenburg und die Ammerland-Klinik das Neugeborenen Hörscreening hier in der Region einführen. Das ist neu.”

Nach der Geburt eines Kindes werden die Eltern informiert, dass es das Neugeborenen-Hörscreening gibt. Sie können sich dann freiwillig bereit erklären, am Screening teilzunehmen. Die Untersuchung sollte dann recht bald in den ersten Lebenstagen stattfinden, je eher, desto besser. Wie läuft dieser Eingriff ab, hat das Baby Schmerzen? Dr. Rüdiger Schönfeld, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus:

Dr. Rüdiger Schönfeld: “Ja, da kann ich zumindest beruhigend einwirken auf die Ängste, die junge Eltern natürlich haben - direkt nach der Geburt ein zartes, Neugeborenes, was sozusagen gleich einer Untersuchung unterzogen wird. Die Technik, die wir primär benutzen, ist die Ableitung sogenannter ‚otoakustischer Emissionen’. Das ist eine Technik, bei der eine ganz kleine, kaum spürbare Sonde in den Gehörgang des Kindes gesetzt (ampliziert) wird. In dieser Sonde wird ein hörbarer, aber nicht zu lauter Schallreiz abgegeben. Dieser Schallreiz wird vom Trommelfell des Kindes aufgenommen, über die Gehörknöchelchenkette in das Innenohr geleitet und wir haben im Innenohr kleine Sinneszellen, die durch diesen Reiz so stark angeregt werden, dass das System in Schwingung kommt und einen Antwort-Ton oder eine akustische Antwort abgibt. Diese wird sozusagen rückwärts über das System, über die Gehörknöchelchenkette zum Trommelfell abgeleitet, und wir können diese Antwort im Gehörgang durch ein kleines Mikrofon messen. Wenn die kommt, wissen wir, dass das Trommelfell gut schwingt, dass das Mittelohr gut überträgt, dass das Innenohr schwingt und antwortet. Das bedeutet eigentlich, dass man damit den absolut größten Teil möglicher Schwerhörigkeiten abgegriffen hat, und wenn also die Antwort kommt, man sehr sicher sein kann, dass zu diesem Zeitpunkt keine Schwerhörigkeit vorliegt. Es ist harmlos, das Kind schläft weiter oder horcht ganz interessiert in die Untersuchung rein. Wir erleben sehr selten, dass ein Kind dadurch irgendwo gestört wird. Es sollte in ruhiger Umgebung erfolgen, so dass Umgebungsgeräusche die Untersuchung nicht stören. Ansonsten eine völlig harmlose Sache.”

Das angeschlossene Gerät signalisiert mit einem grünen Lämpchen, wenn alles in Ordnung ist und mit einem roten, wenn der Verdacht auf eine Schwerhörigkeit besteht. Kinder, bei denen das grüne Licht leuchtet, leiden zu diesem Zeitpunkt definitiv nicht an einer Schwerhörigkeit und werden von dem Programm nicht weiter erfasst. Trotzdem sollten die Eltern ihr Kind regelmäßig weiter untersuchen lassen, zum Beispiel bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt ihres Vertrauens. Leuchtet hingegen das rote Lämpchen, werden die Eltern umgehend über die weiteren Möglichkeiten informiert. Das Kind soll dann so früh wie möglich gefördert werden, um eine optimale Behandlung garantieren zu können. Im Falle eines Falles kann sogar schon ein Baby ein Hörgerät tragen:

Hörzentrum OldenburgDr. Rüdiger Schönfeld: “Das jüngste Kind, was wir im Evangelischen Krankenhaus mit einem Hörgerät versorgt haben, nachdem die Diagnostik komplett war, war noch nicht mal drei Monate alt. Das heißt, es gibt spezielle Hörgeräte, die zumindest für Kinder sehr geeignet sind, vom Gewicht, vom Tragekomfort, von bestimmten technischen Voraussetzungen, die können auch ganz kleine Kinder schon recht akzeptabel tragen. Das ist auch unser Ziel.”

Ein rotes Lämpchen bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass das Kind schwerhörig ist. Es besteht also für die Eltern überhaupt kein Grund zur Panik. Häufig sind die Gehörgänge noch nicht fertig ausgebildet. Bei weiteren Untersuchungen kann dann meistens Entwarnung gegeben werden, das Lämpchen wechselt dann von rot auf grün. Bisher sind noch nicht alle Kliniken in diesem Verbund mit den nötigen Sreening-Geräten ausgestattet. Ziel dieses Projektes ist aber auch, einen einheitlichen Standard zu schaffen. Aber längst nicht jedes Kind wird in einer Klinik geboren. Daher möchte man in Zukunft auch verstärkt Hebammen über das Hörscreening informieren. Ebenso sollen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte in das System eingebunden werden. Das Neugeborenen-Hörscreening ist nicht nur freiwillig, sondern für die Eltern auch vollkommen kostenlos. Die Kliniken tragen die laufenden Kosten. An der Anschubfinanzierung beteiligten sich auch Sponsoren, wie die Kinderhilfe direkt, Rotary Club, EWE Stiftung, Privatspenden und viele andere Geldgeber mehr. Anja Mohadjer koordiniert die Initiative im Hörzentrum. Wie sieht ihre tägliche Arbeit aus?

Anja Mohadjer: “Erstens ist meine Arbeit einfach den Eltern zur Verfügung zu stehen, wenn die Fragen haben. Wir hatten schon viele Anrufe, weil ja auch schon Informationsmaterial ausliegt, Flyer liegen aus. Hauptsächlich informieren sich Eltern, die ihre Kinder nicht in der Klinik zur Welt gebracht haben, sondern halt als Hausgeburt oder bei Hebammen, und die wissen einfach nicht, wie sie sich jetzt verhalten sollen. Dann informiere ich sie, beruhige sie. Ich sage, es gibt eine Liste, auf der die Ärzte stehen, wo dieses Screening auch durchgeführt werden kann. Das ist der eine Punkt, also einfach Information der Eltern, Beruhigung der Eltern. Der zweite Punkt ist die Zusammenarbeit mit der Klinik. Wir sind über eine Software verbunden. In den Kliniken werden die Ergebnisse eingegeben und hier bei uns werden sie verarbeitet und es wird halt geguckt, wer hat dieses sogenannte rote Lämpchen gehabt, wer muss nachverfolgt werden oder angerufen werden, informiert werden. Das wird im Alltag meine Aufgabe sein.”

Im Hörzentrum Oldenburg werden alle Daten gesammelt und ausgewertet. Deutlich über 90% der Neugeborenen sollen in Zukunft erfasst werden. Den Hörsinn vom ersten Lebenstag an zu schützen, zu bewahren und zu fördern ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass heranwachsende Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden. Die Mediziner und Hörforscher der Region sehen darin eine ganz persönliche Verpflichtung.

Hilfreiche Tipps zu diesem Thema:

 

 

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  • Neue Kunstausstellung in Bad ZwischenahnKunst

„Bilder für Jedermann – Kunst und Handwerk“ – unter diesem Motto präsentiert Sabine Haaker ihre neue Ausstellung im Bahnhof Bad Zwischenahn. Von Montag bis Freitag können Kunstinteressierte die neuen Werke in Augenschein nehmen. Wenn ein Bild besonders gut gefällt, kann es auch gleich vor Ort käuflich erworben werden. Die Erlöse aus dem Verkauf kommen einem karitativen Zweck zu Gute. Künstlerin Sabine Haaker:

Sabine Haaker: “Das ist für den Familien-Fonds der Diakonie, und dieser Familien-Fonds unterstützt eben Familien mit Kindern, die nicht ganz so viel Geld zur Verfügung haben, so dass sie eben für die Kinder immer alles abdecken können. Das Geld geht direkt an die Kinder.”

Die Ausstellung findet in den Räumlichkeiten der Firma ‘Zahntechnik Ammerland - Zwischza(h)n’ statt. Anita Schall-Aden von ‘Zwischen(z)ahn’ ist die Ansprechpartnerin vor Ort, sie betreut die Ausstellung, wenn die Künstlerin abwesend ist. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit einem zahntechnischen Labor?

Sabine Haaker: “ Das ist dadurch gekommen: Ich hatte eine Ausstellung in der Raiffeisenbank in Oldenburg. Da hatten wir Flyer erstellt und dann hatte mir diese Firma, die die Flyer erstellt hat, diese Adresse genannt. Und die Frau Schall-Aden ist so freundlich, mir die Räume zur Verfügung zu stellen.”

Sabine Haaker malt ihre Bilder hauptsächlich mit Acrylfarben. Viele ihrer Kunstwerke sind plastisch dreidimensional, fast zum Anfassen.

Sabine Haaker: “Das ist aufgetragenes Struktur-Gel und dann werden mit einer Wischtechnik Acrylfarben da drüber gearbeitet. Ich mache ganz unterschiedliche Dinge, deswegen heißt es auch ‚Bilder für jedermann’, da soll für jeden Geschmack was dabei sein und auch in jeder Preisklasse, so dass es sich jedermann auch leisten kann.”

Hat die Hobbykünstlerin auch ein Lieblingsbild?

Sabine Haaker: “Welche ich sehr schön finde, sind immer wieder diese Blumenbilder ‚Frühling, Sommer, Herbst und Winter’, weil das ganze Leben irgendwo so für mich da drin ist, wie das halt so ist, mal richtig schön, mal richtig schlecht. Und dann gibt es noch ein Bild: ‚Wissen ist nichts ohne Phantasie!’”

Dass auch Tiere eine künstlerische Ader haben können, ist hinlänglich bekannt. Malende Schimpansen sind keine Seltenheit. Auch Sabine Haaker lässt manchmal ihren Hund Elli mitarbeiten:

Sabine Haaker: “Der hat mit seinen vier Pfoten ein Bild gemalt. Die Kinder haben gedacht, der kann sich da auch mal dran beteiligen an der Aktion und nicht immer nur gucken! Dann haben die Kinder die Pfoten gold-gelb bemalt und dann ist sie über das Bild gelaufen und es ist ein sehr schönes Bild geworden und Elli war total begeistert!”

Viele Künstler haben spleenige Marotten. Manch einer zieht sich tage- oder sogar wochenlang ins Atelier zurück, um zu arbeiten. Sabine Haaker ist da etwas pragmatischer:

Sabine Haaker: “Ich arbeite bei mir zu Hause in der Küche, weil ich direkt im Leben dabei sein möchte. Ich bin den ganzen Tag berufstätig und da möchte ich abends nicht auch noch immer weg sein und arbeite dann in der Küche zwischen Essen kochen und abwaschen, also so mitten im Leben drin, das gefällt mir am besten!”

Die Künstlerin ist alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern und malt bereits, seit ihre Kinder auf der Welt sind. Seit dem Jahr 2006 kümmert sie sich jedoch noch intensiver um ihr Hobby. Sabine Haaker lässt sich von vielen Dingen und Ereignissen inspirieren.

Sabine Haaker: “Alles, was ich sehe. Ich habe ganz viele Bilder im Kopf, ich sehe viele Bilder im Hintergrund, was andere vielleicht nicht so wahrnehmen.”

Trotz des schlechten Wetters im Juli wurde die Ausstellung bisher sehr gut besucht. Auch für viele Touristen in Bad Zwischenahn ist der kostenlose Ausflug in die farbenfrohe Welt der Sabine Haaker eine willkommene Abwechslung. Viele Bilder wurden bereits verkauft, was sicher auch an den zivilen Preisen liegt, alle Werke sind für fast Jedermann erschwinglich. Der große Erfolg hat die Oldenburger Künstlerin ermutigt, auch in Zukunft weitere Ausstellungen zu planen. Viele Kontakte konnten bereits geknüpft werden.

Hilfreiche Tipps zu diesem Thema:

 

 

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Musik in der Sendung

Bronski Beat - Never Can Say Goodbye

 

George Michael - Careless Whisper

 

The Spinners - Working My Way Back To You Babe

 

Al Jarreau - Heaven And Earth

 

Mezzoforte - Garden Party

 

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